Freitag, 27. Februar 2009

Holocaust-Leugner droht nun Anklage: Vollständiger Widerruf ist noch ausständig

  • Erklärung Williamsons reicht dem Vatikan nicht aus
  • Bisherige Enrschuldigung "allgemein und mehrdeutig"

Der umstrittene Bischof Richard Williamson von der Priesterbruderschaft St. Pius X., dessen Aussagen zum Holocaust weltweit große Empörung hervorgerufen hatten, muss nach seiner Rückkehr nach Europa mit juristischer Verfolgung rechnen. Der europäische Rahmenbeschluss gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit könnte eine Handhabe gegen den 68-jährigen Briten bieten.

Dies meinte der EU-Ratsvorsitzende und tschechische Justizminister Pospisil. Entscheidend sei, wie Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in den nationalen Gesetzen unter Strafe gestellt seien, sagte Pospisil. Die deutsche Justizministerin Zypries befürwortete Schritte gegen den Bischof, der die Behauptung aufgestellt hatte, dass in Vernichtungslagern der deutschen Nationalsozialisten nicht sechs Millionen Juden umgebracht worden seien, sondern maximal 300.000 und kein einziger von ihnen in Gaskammern.

Ausdrücklicher Widerruf ausständig
In einer Erklärung, die Williamson an die für die traditionsorientierten Gläubigen zuständige päpstliche Kommission "Ecclesia Dei" gerichtet hat, hieß es: "Ich bitte alle, die sich aufgrund meiner Worte aufrichtig entrüstet haben, vor Gott um Vergebung". Er hätte nur die "Meinung eines Nicht-Historikers" ausgedrückt, die sich auf die Erkenntnisse "von vor zwanzig Jahren" gestützt habe. Williamson widerrief nicht ausdrücklich seine Holocaust-Leugnung.

Entschuldigung nicht ausreichen
Für den Vatikan ist diese Entschuldigung nicht ausreichend. "Der Brief ist weder an den Heiligen Vater, noch an die Kommission Ecclesia Dei gerichtet", teilte der Vatikan mit. Die Entschuldigung entspreche daher keineswegs den gestellten Bedingungen. Der Brief Williamsons sei "allgemein und mehrdeutig". Der Heilige Stuhl forderte einen vollständigen Widerruf seiner Aussagen. (apa/red)

27.2.2009 16:04
DANAI, 28. 02. '09 10:59
Wohnen wir in einer Demokratie?
In einer Demokratie gibt es Meinungsfreiheit. Egal wie sehr wir dagegen sind. Sonst warum wurde die Franzoesiche Revolution gemacht, mit sovielen Toten? Und mein Leitspruch: Ich bin nicht einverstanden mit dem was du sagst, aber ich werde mit aller Kraft dafuer stehen, dass du dies sagen darft.

Die Griechin
thaddaeus1947, 27. 02. '09 17:16
Nicht Widerruf, sondern Exkursionen!
Wie es scheint ist dieser Mensch nicht belehrbar. Zwecks Weiterbildung, wäre dem Bischof von der Insel eine Lehrfahrt zu den grauenhaften Stätten der Vergangenheit zu empfehlen. Nachdem er bei den Besichtigungen von Auschwitz-Birkenau, Dachau, Buchenwald und Mauthausen noch immer seine Meinung vertritt, es habe im Zweiten Weltkrieg keine Gaskammern gegeben. So ist seine Aussage nicht mehr ernst zu nehmen. Ein Narr bleibt eben ein narr. a.l.