Holocaust-Leugner droht nun Anklage: Vollständiger Widerruf ist noch ausständig
- Erklärung Williamsons reicht dem Vatikan nicht aus
- Bisherige Enrschuldigung "allgemein und mehrdeutig"

·Bischof Williamson
verlässt Argentinien
Holocaust-Leuger reist
freiwillig aus Land aus
·Williamson muss Argentinien verlassen
Holocaust-Leugner ist jetzt untergetaucht
·"Williamson ist ein Terrorist und Idiot"
Henckel-Donnersmarck
über den Holocaust-Eklat
·Pius-Bruderschaft auf
Distanz zu Williamson
Bischof Fellay: "Falsche Aussagen korrigieren"
Der umstrittene Bischof Richard Williamson von der Priesterbruderschaft St. Pius X., dessen Aussagen zum Holocaust weltweit große Empörung hervorgerufen hatten, muss nach seiner Rückkehr nach Europa mit juristischer Verfolgung rechnen. Der europäische Rahmenbeschluss gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit könnte eine Handhabe gegen den 68-jährigen Briten bieten.
Dies meinte der EU-Ratsvorsitzende und tschechische Justizminister Pospisil. Entscheidend sei, wie Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in den nationalen Gesetzen unter Strafe gestellt seien, sagte Pospisil. Die deutsche Justizministerin Zypries befürwortete Schritte gegen den Bischof, der die Behauptung aufgestellt hatte, dass in Vernichtungslagern der deutschen Nationalsozialisten nicht sechs Millionen Juden umgebracht worden seien, sondern maximal 300.000 und kein einziger von ihnen in Gaskammern.
Ausdrücklicher Widerruf ausständig
In einer Erklärung, die Williamson an die für die traditionsorientierten Gläubigen zuständige päpstliche Kommission "Ecclesia Dei" gerichtet hat, hieß es: "Ich bitte alle, die sich aufgrund meiner Worte aufrichtig entrüstet haben, vor Gott um Vergebung". Er hätte nur die "Meinung eines Nicht-Historikers" ausgedrückt, die sich auf die Erkenntnisse "von vor zwanzig Jahren" gestützt habe. Williamson widerrief nicht ausdrücklich seine Holocaust-Leugnung.
Entschuldigung nicht ausreichen
Für den Vatikan ist diese Entschuldigung nicht ausreichend. "Der Brief ist weder an den Heiligen Vater, noch an die Kommission Ecclesia Dei gerichtet", teilte der Vatikan mit. Die Entschuldigung entspreche daher keineswegs den gestellten Bedingungen. Der Brief Williamsons sei "allgemein und mehrdeutig". Der Heilige Stuhl forderte einen vollständigen Widerruf seiner Aussagen. (apa/red)
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