Massengräber nach Meuterei entdeckt: Blutiges Ausmaß des Soldaten-Aufstands
- Bangladesch: Soldaten exekutierten ihre Offiziere
- Kontrollstellen um Kaserne und an wichtigen Straßen

Nach dem Ende des blutigen Aufstands von Grenzsoldaten in Bangladesch werden immer mehr verstümmelte Leichen von Offizieren gefunden. Soldaten und Feuerwehrleute hätten aus einem weiteren Massengrab auf dem Kasernengelände in der Hauptstadt Dhaka zehn Tote geborgen, teilte ein Sprecher der Rettungskräfte mit. Damit steigt die Zahl der Todesopfer auf 76.
Die Soldaten der paramilitärischen Grenztruppe Bangladesh Rifles (BDR) hätten ihre Opfer nicht nur erschossen, sondern ihre Körper auch noch mit Bajonetten verstümmelt. "Wir müssen extrem vorsichtig bei der Bergung sein, weil die Körper bereits verwesen und so stark entstellt sind. Wir können sie nicht einfach ausgraben", sagte der Sprecher weiter. Das Massengrab sei gut versteckt in der Ecke eines Garten gewesen.
Gemeinsames Staatsbegräbnis
Zuvor waren bereits ein mit Blättern abgedecktes Massengrab mit 38 Toten und weitere 28 Leichen in Abflussrohren und Schächten gefunden worden. Die Rettungskräfte befürchteten, noch auf weitere Opfer zu stoßen. Sobald alle Toten geborgen sind, sollen sie in einem gemeinsamen Staatsbegräbnis beigesetzt werden.
Die Regierungschefin von Bangladesch, Sheikh Hasina Wajed, hatte den Soldaten zu Beginn des Aufstands eine Amnestie versprochen, wenn sie ihre Revolte gegen zu geringen Lohn und schlechte Arbeitsbedingungen beendeten. Die Soldaten legten ihre Waffen kurze Zeit später nieder, nachdem die Ministerpräsidentin damit gedroht hatte, die Meuterei gewaltsam zu beenden.
Krisenmanagement der Regierung
Das Krisenmanagement der Regierung wurde von Beobachtern als Feuertaufe für Sheikh Hasina gewertet, die ihr Amt erst zu Beginn des Jahres angetreten hatte. Sie war bereits von 1996 bis 2001 Regierungschefin gewesen. "Das war ein kritischer Test", sagte Manzoor Hasan, Leiter des Instituts für Regierungsstudien von der Universität Dhaka. Für einige "beunruhigende Stunden" habe es so ausgesehen, als ob Sheikh Hasina die Kontrolle verlieren könnte.
(apa/red)
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