Bischof Williamson gibt plötzlich klein bei:
Holocaust-Leugner nimmt Aussagen zurück
- Richard Williamson: 'Kann sagen, dass es mir leid tut'
- Zentralrat der Juden sieht 'Bedauern dritter Klasse'
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·Williamson kehrt nach London zurück
Argentinien weist Holocaust-Leugner aus
·"Williamson ist ein Terrorist und Idiot"
Henckel-Donnersmarck
über den Holocaust-Eklat
Der umstrittene traditionalistische Bischof Richard Williamson von der Priesterbruderschaft St. Pius X. hat seine Aussagen zum Holocaust, die weltweit Empörung hervorgerufen hatten, zurückgenommen. "Ich bitte alle, die sich aufgrund meiner Worte aufrichtig entrüstet haben, vor Gott um Vergebung", hieß es in einer Erklärung.
Der Brite, der am Vortag aus Argentinien kommend in London eingetroffen war, hatte die Behauptung aufgestellt, dass in nazideutschen Vernichtungslagern nicht sechs Millionen Juden umgebracht worden seien. Es seien maximal 300.000 gewesen, kein einziger sei in Gaskammern umgekommen.
In seinem an die päpstliche Kommission "Ecclesia Dei" gerichteten Entschuldigungsschreiben beteuerte der Geistliche, er hätte nur die "Meinung eines Nicht-Historikers" ausgedrückt, die sich auf die Erkenntnisse von vor zwanzig Jahren gestützt habe. "Der Heilige Vater und mein Oberer, Bischof Bernard Fellay, haben mich ersucht, die Bemerkungen, die ich vor vier Monaten gegenüber dem schwedischen Fernsehen gemacht habe, neu zu überdenke, da deren Folgen sehr schwerwiegend gewesen sind. In Anbetracht dieser Folgen kann ich wahrheitsgemäß sagen, dass es mir leid tut, diese Bemerkungen gemacht zu haben, und dass ich sie nicht gemacht hätte, wenn ich im Vorhinein um den ganzen Schaden und den Schmerz gewusst hätte, die diese verursachen würden, besonders der Kirche, aber ebenso den Überlebenden und den Verwandten der Opfer der Ungerechtigkeit unter dem 'Dritten Reich'", erklärte Williamson.
"Bedauern dritter Klasse"
Als ein "Bedauern dritter Klasse" wies der Zentralrat der Juden in Deutschland die Bitte um Vergebung zurück. "Williamson zieht seine verlogenen Thesen zum Holocaust und dessen Leugnung ja auch keineswegs zurück, er bedauert doch nur, dass seine Worte schädlich gewirkt haben", sagte der Vizepräsident des Zentralrats, Dieter Graumann.
Der Brite leitete zuletzt ein Priesterseminar in La Reja bei Buenos Aires. Die Pius-Bruderschaft hatte ihm die Leitung des Seminars Anfang Februar entzogen. Die argentinischen Behörden hatten ihn ultimativ zum Verlassen des Landes aufgefordert.
(apa/red)
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