Donnerstag, 26. Februar 2009

Chaos nach Soldaten-Meuterei in Dhaka: Wurden 50 Offiziersgeiseln bereits getötet?

  • Bangladesh: Unmut bei Mitgliedern einer Eliteeinheit
  • Tausende bewaffnete Soldaten im Hauptquartier

Meuterei von Soldaten in Bangladesch: Im Hauptquartier der paramilitärischen Grenztruppe Bangladesh Rifles (BDR) in der Hauptstadt Dhaka waren erneut Schüsse zu hören. Tausende Menschen um das Gelände herum brachten sich in Sicherheit. Unklarheit herrscht derzeit über 50 Offiziere, die als Geiseln genommen wurde.

Nach Angaben des stellvertretenden Justizministers Kamrul Islam war die Lage weiter angespannt. Vermutlich hielten sich noch immer tausende bewaffnete Soldaten in dem Hauptquartier auf, sagte er. Einige hätten bereits ihre Waffen abgegeben. "Aber da sind noch 15.000, von denen 12.000 bewaffnet sein könnten." Dem Vizeminister zufolge wurde befürchtet, dass die Meuterer 50 als Geiseln genommene Offiziere getötet haben. Bestätigt wurde bisher der Tod von zehn Menschen während der Meuterei. Dutzende weitere wurden verletzt.

Unzufriedene Soldaten starteten in dem Hauptquartier eine Meuterei und nahmen Offiziere als Geiseln. BDR-Soldaten schlossen sich in anderen Landesteilen dem Aufstand an. Polizeivertreter sprachen von "schweren Kämpfen". Medienberichten zufolge fordern die Soldaten höhere Einkommen, Lebensmittelsubventionen und mehr Urlaub.

Belastungsprobe für Reigerung
Bangladesch hat seit seiner Unabhängigkeit 1971 mehrere Militärputsche erlebt. Die Meuterei der Grenztruppen schien allerdings nicht politisch motiviert zu sein. Sie ist gleichwohl eine Belastungsprobe für die erst im Dezember an die Regierung gekommene Ministerpräsidentin Hasina.

(apa/red)

26.2.2009 10:18