Iran stellt Atomkraftwerk Bushehr fertig:
Russland unterstützt mit technischer Hilfe
- Nach 14 Jahren Bauzeit 1000-Megawatt-Meiler fertig
- Testlauf ohne atomare Brennstäbe ist geplant

Es ist vollbracht: Nach 14 Jahren Bauzeit hat der Iran - ungeachtet internationaler Kritik - das Atomkraftwerk Bushehr endlich fertiggestellt. Die Bauarbeiten hatten sich verzögert, war doch die Inbetriebnahme schon 2008 geplant. Der Reaktor wurde vor allem durch die technische Unterstützung Russlands möglich gemacht.
Das Atomkraftwerk Bushehr im Iran ist nach 14 Jahren Bauzeit fertiggestellt. Der Bau des Meilers sei abgeschlossen, teilte der Chef des russischen Atomunternehmens Rosatom, Sergej Kirijenko, mit. Die Regierung in Teheran will das Atomkraftwerk noch in diesem Jahr hochfahren.
Wiederholte Verzögerung
Die Fertigstellung des 1000-Megawatt-Meilers hatte sich wiederholt verzögert. Die Gesellschaft Atomstrojexport, die mit dem Bau des Atomkraftwerks betraut war, hatte die Inbetriebnahme ursprünglich für das Jahr 2008 angekündigt.
Kirijenko kam zu einem Test des ersten iranischen Atomkraftwerks in den Iran. Kirijenko wolle zusammen mit dem Chef des iranischen Atomprogramms, Gholamreza Aghazadeh, den Stand der Arbeiten in Bushehr am Persischen Golf inspizieren, berichtete der Sender Khabar.
Testlauf ohne Brennstäbe
Die russische Atomenergiebehörde teilte mit, Bushehr solle zunächst ohne atomare Brennstäbe einen Testlauf machen. Die Internationale Atomenergie-Agentur IAEA (IAEO) teilte in der vergangenen Woche mit, Teheran habe für das zweite Quartal dieses Jahres den Betrieb mit atomaren Brennstäben angekündigt.
Die von Russland gelieferten Brennstäbe werden von der IAEA aufbewahrt. In den 70er Jahren war der Auftrag zum Bau des Atommeilers in Bushehr ursprünglich an den deutschen Siemens-Konzern gegangen, 1995 wurde der Auftrag an Russland übergeben.
Der Iran plant zudem den Bau eigener Atomkraftwerke, die 2021 ans Netz gehen sollen. Dazu hat der Iran damit begonnen, in Natanz selbst Uran anzureichern. Vor allem der Westen verdächtigt die Regierung in Teheran, das Material zum Bau von Atombomben verwenden zu wollen. Der Weltsicherheitsrat will den Iran daher zur Einstellung seines Urananreicherungsprogramm bringen und hat Sanktionen gegen Teheran verhängt.
(apa/red)
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