BZÖ triumphiert in Kärnten: Spitzenkandidat
Dörfler kann eigene Wahlziele übertreffen
- Grüner Absturz: Fliegen vorerst aus Landtag hinaus
- FPÖ verfehlt Einzug mit 3,9 Prozent sehr deutlich
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·Kärntens Kandidaten an den Wahlurnen
BILDER: Dörfler, Rohr & Co. bei der Stimmabgabe
·Landeshauptleute seit 1945 in Kärnten
GRAFIK: Piesch, Haider, Ambrozy, Dörfler und Co

Das BZÖ hat bei der Landtagswahl in Kärnten 45,48 Prozent der Stimmen erreicht und steht damit als klarer Wahlsieger fest. Die SPÖ, die sich Hoffnungen auf die Nummer eins im Lande gemacht hat, ist abgestürzt und hat nur noch 28,59 Prozent. Zweiter Sieger neben den Orangen ist die ÖVP, die auf 16,50 Prozent zugelegt hat. Die Grünen sind vorläufig aus dem Landtag geflogen, die FPÖ ist gescheitert.
Die Grünen erreichten 4,99 Prozent und müssen auf die Auszählung der Wahlkarten hoffen, um vielleicht doch noch den Wiedereinzug ins Landesparlament zu schaffen. Die FPÖ verfehlte diesen mit nur 3,79 Prozent deutlich. Die KPÖ erreichte 0,53 Prozent der Stimmen, die beiden nur im Wahlkreis Klagenfurt angetretenen Listen STARK und GPÖ blieben im Zehntelpromille-Bereich.
BZÖ als Wahlsieger
In Kärnten dürfte das BZÖ als großer Wahlsieger die absolute Mehrheit in der Landesregierung erringen. Entspricht das Ergebnis den Hochrechnungen, bekommen die Orangen mit ihren 45 Prozent einen vierten Regierungssitz dazu, und zwar auf Kosten der SPÖ. Die ÖVP würde trotz der kräftigen Zugewinne auf ihrem einen Landesratsposten sitzen bleiben. Die FPÖ dürfte den Einzug verpasst haben.
Die Orangen waren selbst überrascht über das Ausmaß ihres Wahlerfolges. Parteichef Uwe Scheuch stellte umgehend den Anspruch auf den Landeshauptmann für Gerhard Dörfler und meinte: "Ich werde erster Landeshauptmann-Stellvertreter." Landesgeschäftsführer Stromberger meinte, mit einem derartigen Absturz der SPÖ habe er nicht gerechnet.
Bunkerstimmung bei SPÖ
In der roten Parteizentrale herrschte Bunkerstimmung, Parteichef Rohr war zur Verkündung der ersten Hochrechnung erst gar nicht im Spiegelsaal der Landesregierung erschienen. Landesgeschäftsführer Passegger konnte sich die Ergebnisse "vorerst nicht erklären", man müsse das Endergebnis abwarten und dann in den Gremien beraten.
Zufriedenheit hingegen bei der ÖVP. Parteichef Martinz war "ein Stein vom Herzen gefallen". Eine Wahl Dörflers zum Landeshauptmann durch die ÖVP wollte er nicht ausschließen, meinte aber, man müsse auf das Endergebnis warten. Das BZÖ braucht trotz der Regierungsmehrheit für die Wahl des Landeshauptmannes einen Partner. Dieser wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ÖVP heißen, trotz Martinz' vorsichtiger Stellungnahme.
Weiter zittern mussten die Grünen, Landessprecher Holub hoffte darauf, das Ergebnis von 2004 halten zu können. Entscheidend für den Verbleib im Landtag ist das Ergebnis im Wahlkreis Klagenfurt, das vorerst noch ausständig war.
(apa/red)
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