Sonntag, 1. März 2009

Zuversicht bei Kärntner Spitzenkandidaten:
Parteichefs gönnen sich Ruhe nach der Wahl

  • LH Gerhard Dörfler bei Skirennen in Kranjska Gora
  • Reinhart Rohr ging mit Ehefrau Anna-Maria zur Urne
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Bei strahlendem Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen haben die Spitzenkandidaten für die Kärntner Landtagswahl am Sonntag ihre Stimmen abgegeben. SPÖ-Chef Reinhart Rohr wählte in einem Kindergarten im Villacher Stadtteil Fellach. BZÖ-Landeshauptmann Gerhard Dörfler verbrachte den Vormittag beim Weltcup-Herren-Slalom im slowenischen Kranjska Gora und warf seinen Stimmzettel erst danach in seiner Heimatgemeinde Himmelberg (Bezirk Feldkirchen) in die Urne.

Konkrete Aussagen zur Wahlbeteiligung in Kärnten gab es zu Mittag noch nicht. Von Wartezeiten bei den Wahllokalen - die auf Grund der Triple-Wahl befürchtet worden waren - war aber nichts zu merken. "Es plätschert so vor sich hin", meinte ein Beobachter. In anderen Orten sprach man von "regem Zuspruch" und mehr Wählern als in den vergangenen Jahren.

Zuversicht bei SPÖ-Chef Rohr
"Ich hoffe, dass wir auf der Überholspur ins Ziel gehen, ", sagte Rohr, der gemeinsam mit seiner Ehefrau Anna-Maria zur Urne schritt. Umfragen hatten zuletzt ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem BZÖ und der SPÖ prognostiziert. Als gutes Omen wertete der SPÖ-Chef einen Anruf, den er knapp vor der Stimmabgabe erhielt: "Das war Bundeskanzler Werner Faymann, der mir alles Gute gewünscht hat." Den Nachmittag wollte Rohr entspannt verbringen. Immerhin habe der letzte Wahlkampfauftritt in Wolfsberg in der Nacht auf Sonntag bis 02.00 Uhr gedauert. "Das letzte Autogramm habe ich um 23.57 Uhr geschrieben", erzählte der Spitzenkandidat.

ÖVP-Wahlempfehlung vom 'Himmelvater'
ÖVP-Obmann Josef Martinz, der in seinem Heimatort Ossiach wählte, gab sich sehr zuversichtlich, dass seine Partei kräftig dazugewinnen werde. "Ich war vorher noch in der Kirche und habe den Himmelvater gefragt, ob er noch die eine oder andere Wahlempfehlung versenden könnte." Gefragt, ob er angesichts der jüngsten Ausrutscher Dörflers sich weiterhin vorstellen könnte, diesen wieder zum Regierungschef zu machen, sagte Martinz: "Ich glaube, dass Dörfler nicht mehr zur Wahl stehen wird, weil das BZÖ kräftig verlieren wird, deshalb denke ich darüber nicht nach."

Grünen-Chef Holub hofft auf acht Prozent
Der Landessprecher der Grünen, Rolf Holub, verströmte ebenfalls Zuversicht. "Ich habe ein gutes Gefühl", meinte er nach Erfüllung seiner staatsbürgerlichen Pflicht in Klagenfurt. Er hofft ja auf acht Prozent und ein drittes Mandat im Landtag. FPÖ-Spitzenkandidat Mario Canori warf seine Kuverts in einem kleinen Wahllokal am Fuße des Klagenfurter Kreuzbergls in die Urne. Auch er hoffte auf einen "tollen Erfolg", zuvor wollte er aber einen "ersehnten Nachmittagsschlaf" abhalten, der in den vergangenen Wochen nicht möglich gewesen sei.

Dörfler als Letzter
Als letzter der Spitzenkandidaten gab Landeshauptmann Gerhard Dörfler seine Stimme in Himmelberg bei Feldkirchen ab. Er traf geradewegs vom Ski-Rennen im slowenischen Kranjska Gora in seinem Heimatort ein. Zuversichtlich zeigte Dörfler nach dem Urnengang: "Ich werde auch heute Abend die Nummer eins sein." Erste Ergebnisse aus den Gemeinden würden positiv stimmen.

Mit seiner Tochter und seiner Frau, die das Auto Dörflers fuhr, zeigte sich der Regierungschef gut gelaunt und zu weiteren Scherzen bereit. "Aha, hab ich mich jetzt überhaupt gewählt", meinte er nach dem Einwerfen der Stimmzettel. Der orange Spitzenkandidat hofft, dass er nach diesem Wahlsonntag nun nicht mehr ein "nur vom Schicksal gewählter Landeshauptmann" sein wird. Dörfler hatte seine Stimme rund eine Stunde nach dem Urnengang von Claudia Haider, der Witwe des verstorbenen Landeshauptmannes Jörg Haider, abgegeben.

Eine große Wahlfeier für den Abend will Dörfler noch nicht geplant haben. Es werde "sicher kein Feuerwerk und Getöse geben", egal wie die Landtagswahl für das BZÖ ausfallen wird.

(APA/Red)

1.3.2009 14:25