Freitag, 27. Februar 2009

Neue Dimension in der Prügel-Affäre:
Brennan schwerer verletzt als vermutet

  • Bruch eines Wirbelquerfortsatzes bei Sportlehrer
  • Polizei: "Kein Hinweis auf unrechtmäßige Handlung"

Der am 11. Februar bei einer Polizeiamtshandlung mit einem Dealer verwechselte US-Bürger Mike Brennan ist dabei offenbar schwerer verletzt worden als zuvor angenommen. Der an der Vienna International School tätige Sportlehrer zog sich einen Bruch eines Wirbelquerfortsatzes zu. Bisher ging man bei Brennan von Wirbelverletzungen und Verstauchungen aus.

"Die nun bekannt gewordenen Verletzungen des Mike B. entstehen laut Expertenmeinung typischerweise bei Stürzen", erklärte dazu die Wiener Polizei in einer Aussendung. "Sollten diese im Zuge der Anwendung von Körperkraft bei der erfolgten Festnahme am 11.2.2009 erfolgt sein, so wird dies seitens der Bundespolizeidirektion Wien ausdrücklich bedauert. Auch diese Verletzungen ergeben keinen Hinweis auf eine beabsichtigt unrechtsmäßig geführte Amtshandlung. Derzeit werden keine dienst- oder disziplinarrechtlichen Maßnahmen gesetzt." Welcher Experte diese Meinung geäußert hatte und auf welcher Grundlage, war am Freitagnachmittag trotz Nachfrage von der Polizei nicht zu erfahren.

Maria Vassilakou, Klubobfrau der Wiener Grünen, zeigte sich von der Reaktion der Polizei schwer enttäuscht: "Jetzt steht zweifelsfrei fest, dass Mike B. bei der polizeilichen Amtshandlung schwere Verletzungen davongetragen hat, auch wenn die polizeiliche Führung bisher mit aller Kraft versucht hat, den Schweregrad der Verletzungen von Mike B. herunterzuspielen", sagte sie. "Entscheidend ist hier nicht, ob es sich um eine Verwechslung handelte, sondern vielmehr geht es um die Frage, ob hier ungerechtfertigterweise Gewalt angewendet worden ist. Und es ist zu klären, ob die Amtshandlung ohne vorausgehende Feststellung der Personalien durchgezogen wurde." Die Ergebnisse der polizeiinternen Untersuchung seien dadurch schwer erschüttert.
(apa/red)

27.2.2009 17:32