Häupls Frohbotschaft für die Wiener Eltern: Kindergarten bald Pflicht - aber auch gratis!
- Alle Kinder werden ab Herbst kostenlos betreut
- Marek kontert: Kein Platz für wirklich alle Fünfjährigen
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Für Wiener Eltern ist im burgenländischen Rust eine frohe Nachricht verkündet worden: Krippen und Kindergärten werden in Wien künftig gratis sein - ab Herbst, für alle Altersgruppen und ganztags. Das wurde bei der Klubklausur der Wiener SPÖ entschieden. Noch etwas länger lässt unterdessen die Kindergartenpflicht auf sich warten. Familienstaatssekretärin Christine Marek kündigtean, dass es an Plätzen mangelt und es darum wenig Sinn mache, die Verpflichtung noch heuer umzusetzen.
"Realistisch gesehen werden wir es nicht schaffen, für 100 Prozent der Fünfjährigen tatsächlich die Kindergartenplätze zur Verfügung zu stellen", so Marek zunächst im Ö1-Morgenjournal. Als dann in Rust Bürgermeister Michael Häupl nicht nur das Wiener Gratiskonzept verkündete, sondern auch Kritik an der Verzögerung übte, konterte die VP-Politikerin via Aussendung: Es sei nicht zuletzt auf Wien Rücksicht genommen worden. Das sei falsch, ließ die Stadtregierung prompt ausrichten, die Schaffung zusätzlicher Kapazitäten sei kein Problem. Höchstens 800 Plätze müssten errichtet werden, die Betreuungsquote sei schon jetzt sehr hoch, hieß es.
Verhandlungen starten
Am Montag starten jedenfalls die Verhandlungen zwischen Bund und Ländern. Für die Jahre 2009 und 2010 sind jeweils 70 Mio. Euro vom Bund budgetiert. Jene Bundesländer, in denen das letzte Kindergartenjahr ohnehin schon kostenlos angeboten wird, bekommen dabei auch ihren Anteil, allerdings unter bestimmten Auflagen.
Dass in der Bundeshauptstadt das letzte Jahr künftig ganztägig gratis sein wird, hatte die Wiener SPÖ zuletzt bereits bestätigt. Dass es auch für Jüngere billiger werden könnte, wurde zumindest spekuliert. Letztendlich war es aber doch eher überraschend, als bekanntgegeben wurde, dass die Beiträge sowohl für Krippen als auch für Kindergärten ersatzlos gestrichen werden. Eine der größten Mittelstandsförderungen nannte dies Häupl heute.
Essensbeitrag bleibt
Eine Familie erspart sich künftig 226 Euro pro Monat - wenn sie nicht schon aufgrund der bisherigen sozialen Staffelung weniger zahlte. Erhalten bleibt lediglich der Essensbeitrag von 53 Euro pro Monat. Einbezogen werden sollen übrigens auch die privaten Träger, hieß es.
Zustimmung zu der Maßnahme kam von ÖVP-Landesobmann und Wissenschaftsminister Johannes Hahn sowie FPÖ-Chef Heinz Christian Strache. Beide reklamierten die Idee als langjährige Forderung ihrer Partei für sich. Auch Grüne und BZÖ goutierten die Maßnahme und forderten zugleich ein österreichweites Gratis-Modell. Arbeiterkammer-Chef Herbert Tumpel sowie die Frauenvorsitzende des ÖGB, Renate Csörgits, empfahlen ebenfalls die Übernahme durch andere Bundesländer, da die Vereinbarkeit von Beruf und Familie erleichtert werde - ein Umstand, den auch Frauenminister Gabriele Heinisch-Hosek in ihrer Reaktion hervorhob.
Bundesländer ziehen mit
Die anderen Bundesländer sehen ähnlich wie Wien ebenfalls nicht wirklich Probleme bei der Schaffung der Kapazität für die Nachwuchs-Betreuung. Tirol verwies darauf, dass schon 97 Prozent der Vier- und Fünfjährigen den Kindergarten besuchen. Oberösterreich ist laut eigenen Angaben ebenfalls vorbereitet und hofft auf eine verpflichtende Einführung des letzten Jahres noch heuer.
In der Steiermark zeigte man sich stolz auf eine "nahezu hundertprozentige Deckung", vor allem seit im Herbst der Gratiskindergarten für alle Drei- bis Fünfjährigen eingeführt wurde. Auch in Niederösterreich verwies man auf eine Betreuungsquote von rund 98 Prozent bei den Fünfjährigen. Und Vorarlberg, das ebenfalls keine Platzprobleme sieht, überlegt, ebenfalls den Gratis-Kindergarten für alle einzuführen.
(apa/red)
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