Freitag, 27. Februar 2009

Ministerin Schmied hält an Lehrerreform fest: Erhält Rückendeckung vom Kanzler

  • Massive Proteste kommen auch aus eigenen Reihen
  • Lehrer sollen zwei Stunden länger unterrichten
    IHR KOMMENTAR zum Thema Mehrarbeit für Lehrer

Unterrichtsministerin Schmied hält trotz massiver Proteste - auch aus eigenen Reihen - an ihrem Vorhaben fest, die Unterrichtsverpflichtung für alle Lehrer um zwei Stunden auszuweiten. Rückendeckung bekam Schmied von Bundeskanzler Faymann, dieser unterstütze die Ministerin inhaltlich und auch in der Vorgehensweise, angestrebt werde eine einvernehmliche Lösung mit der ÖVP, sagte seine Sprecherin.

Schmied hat in einem ausgesendeten Brief an alle Lehrer-, Eltern- und Schülervertreter ihr Vorhaben erläutert: Das nur gering erhöhte Budget habe ihr nur zwei Möglichkeiten geboten: "Entweder wir reduzieren das Angebot für unsere Kinder, kürzen bei knappem Budget Schulstunden, vergrößern die Klassen wieder, streichen Förderkurse und stoppen damit die Bildungsreform. Oder wir erhöhen den Einsatz unserer Lehrerinnen und Lehrer im Klassenzimmer." Diese Maßnahme will Schmied wie geplant im Rahmen der Budgetbegleitgesetze umsetzen, sie rechne weiterhin mit der dafür benötigten Unterstützung durch Finanzminister und ÖVP-Obmann Pröll.

"Kühner Vorstoß"
Wissenschaftsminister Hahn sprach von einem "kühnen Vorstoß" Schmieds; wenn sie die Lehrer zum Mitmachen überzeugen könne, sei alles bestens. Sein Parteikollege Fritz Neugebauer meinte hingegen: "Das wird mit Sicherheit nicht stattfinden." Auch innerhalb der SPÖ sorgte Schmieds Vorhaben für Widerstand. Schmieds Vorstoß komme "zur falschen Zeit", so die derzeit wahlkämpfende Salzburger Landeshauptfrau Burgstaller. Geschlossen negativ haben Lehrer-Vertreter - auch jene der Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafter (FSG) - reagiert.

Viel Kritik
Einige Kritiker - auch parteiintern - warfen Schmied vor, ihr Vorhaben über die Medien bekanntgegeben zu haben ohne vorher mit den Betroffenen zu sprechen. Angesichts bereits kursierender Gerüchte sei es für sie wichtig gewesen, rasch "die Fakten auf den Tisch zu legen", sagte die Ministerin dazu. Sie habe parallel alle Betroffenen, die erreichbar waren, informiert.

Schmied trat zudem der Darstellung entgegen, die Causa sei nicht mit Finanzminister Pröll abgesprochen. Diese Maßnahme sei "natürlich im Zuge der der Budgetverhandlungen vereinbart" worden, das sei "sogar protokolliert". Sollte der Finanzminister sie nun in der Sache kritisieren, wäre das "ein Bruch der Vereinbarungen".
(apa/red)

27.2.2009 11:03
Ulf01, 27. 02. '09 12:01
Politische Verantwortung
Wenn die ÖVP jetzt nicht bereit ist diesen winzigen Schritt in die richtige Richtung mitzugehen wird sie wesentlich mehr Stimmen (auch meine) verlieren als sie von den Lehrern jemals bekommen könnte.
sylstar, 27. 02. '09 10:17
wurde auch Zeit!
Wenn man bedenkt, wie grottenschlecht mittlerweile das Bildungsniveau unserer Schulabgänger ist, dann sollte es wohl keine Diskussion darüber geben, ob Lehrer in Zukunft 2 Stunden ihrer bezahlten Arbeitszeit mehr in der Klasse verbringen, oder nicht. Dann wird eben die vielzitierte Vor- und Nachbereitungszeit daheim effizienter genutzt werden müssen, damit sich diese beiden Stunden ausgehen.

Im übrigen finde ich das Gejammer über "50-Stunden-Wochen" mehr als entbehrlich. Die haben andere Leute auch. Und oftmals auch weit darüber. Und hat sich eigentlich schon mal jemand die Mühe gemacht, die Jahres-Arbeitsstunden eines Lehrers im Vergleich zu allen anderen Arbeitnehmern auszurechnen?

Die Diskussion ist meiner Meinung nach entbehrlich. Lehrer in die Klassen bitte.
sachatorte, 27. 02. '09 10:31
Re: wurde auch Zeit!
Wurde von einer Nahmhaften Österreichischen Zeitung vor einigen Jahren gemacht, jedoch nie veröffentlicht.
Die Ergebnisse sagten wohl nicht das aus was man bezweckt hat.
sachatorte, 27. 02. '09 08:20
Grundsätzlich Ok
Ich finde diese Schritt grundsätzlich Ok, Ein Gespräch mit den Betroffenen in vorhinen hätte ergeben das die Lehrfächerverteilung bei vielen Schulen schon in Arbeit bzw. schon abgeschlossen ist.
Dies kann je nach Schule an die 100std. Arbeit betragen.
Diese wären hinfällig, und die ZEit für eine neue Lehfächerverteilung fehlt.
Ein Monat früher hätte wesenlich weniger Probleme verursacht. Für mich Zeigt das nur das des ein Schnellschuss ist und nicht ausführlich durchdacht wurde.
sylstar, 27. 02. '09 10:19
Re: Grundsätzlich Ok
Selber Lehrer?
sachatorte, 27. 02. '09 10:28
Re: Grundsätzlich Ok
Nein, Gotteseidank nicht
sachatorte, 27. 02. '09 10:29
Re: Grundsätzlich Ok
Mit den Tippfehlern wäre das peinlich
Alframo, 27. 02. '09 07:18
2 Stunden mehr ist ok.
14 Wochen Urlaub, 22 Stunden in der Schule ,15 Stunden Vorbereitung,das ist einfach zuviel.Da kann man schon 2 Stunden mehr arbeiten.Damit wird vieleicht die PISA Stud. besser.
snacke99, 27. 02. '09 08:01
Re: 2 Stunden mehr ist ok.
ich bin auch der meinung das 2 stunden mehr sehrwohl vertretbar sind. anderer seits gehören jedoch auch die rechte der lehrer und der schulen ausgedehnt. denn von den 2 stunden haben nur jenen schüler etwas die den unterreicht auch wollen. daher gehört auch für lehrer die möglichkeit einzuschreiten und zu lenken wenn unwillige schürer in der klasse sind. die lehrer wären auch dann motivierter wenn die mehrstunden auch früchte tragen würden.