Debatte um Lehrer-Arbeitszeit: Immer mehr Lehrekräfte für weniger Schüler
- Budget geht zu mehr als 60 Prozent an das Personal
- Zahl der Pädagogen steigt seit den 70ern ständig an
Seit den 1970ern gibt es an Österreichs Schulen immer weniger Kinder, aber mehr Lehrer. Die Zahl der Pädagogen ist seit 1970 von 68.342 auf 120.226 im Schuljahr 2007/08 gestiegen (plus von 76 Prozent), jene der Schüler hingegen im gleichen Zeitraum um rund elf Prozent gesunken (von 1.347.955 auf 1.202.033). Im Bildungsbudgets machten die Personalkosten mit 62,9 Prozent den größten Brocken aus, das entspricht 8,75 Mrd. Euro (2007).
2008 waren in Österreich 120.226 Lehrer an öffentlichen und privaten Schulen beschäftigt, die Hälfte davon in Volksschulen und Hauptschulen. Bis zur Jahrtausendwende wurde ein kontinuierlicher Zuwachs des Lehrpersonals verzeichnet. Seit 2000 hat sich die Zahl der Pädagogen von 125.177 auf nunmehr 120.226, sprich um vier Prozent, verringert.
Im Bereich der Volks- und Hauptschule geht die Zahl der Lehrer nach einem Höhepunkt in den 1990er-Jahren wieder zurück: In der Volksschule von 33.853 im Jahr 2000/01 auf 31.768 im Jahr 2007/08; in der Hauptschule von 34.310 im Jahr 1995/96 auf 31.201 in 2007/08. Dagegen steigt die Zahl der Pädagogen an AHS kontinuierlich auf mittlerweile 20.356, ebenso an den berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS) auf 21.200.
Rückgang in Volksschulen
Bei den Schülern hat es vor allem an Volksschulen eine starken Rückgang gegeben, von 595.911 (1970) auf 337.934 (2008), das entspricht einem Minus von mehr als 43 Prozent. Einen Schülerzuwachs verzeichnen hingegen höher bildende Schulen.
Die gesamten staatlichen Bildungsausgaben über alle Bildungsbereiche beliefen sich im Jahr auf 13,9 Mrd. Euro. Davon wurden 62,9 Prozent für das Personal ausgegeben. Etwas mehr als 3,1 Mrd. (22,6 Prozent) betrugen die Ausgaben für den Sachaufwand, wie Schulbücher, Mietaufwendungen für Schulgebäude, etc..
Großteil Vollzeit beschäftigt
Der Großteil der Lehrer ist Vollzeit beschäftigt. Frauen - sie stellen 70 Prozent aller Lehrer - sind allerdings mit 25 Prozent häufiger in Teilzeit aktiv als Männer (15 Prozent). In der AHS arbeiten 35 Prozent der weiblichen Lehrer als Teilzeitkraft.
Die Altersverteilung des Lehrpersonals zeigt die 40- bis 49-jährigen als größte Altersgruppe. Sie erreicht an fast allen Schultypen einen Anteil von etwa 38 Prozent. Ebenso sind Lehrer im Alter von 50 und darüber in allen Schulen zu ungefähr 30 Prozent vertreten. Die kleinste Altersgruppe stellen die unter 30-jährigen dar, die in Volksschulen mit 9 Prozent noch am häufigsten vertreten ist. Der Anteil der Lehrer zwischen 30 und 39 Jahren schwankt in den unterschiedlichen Schultypen zwischen 19 und 27 Prozent.
(apa/red)
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