Donnerstag, 26. Februar 2009

Schnee ohne Ende in Bergen: Nach kurzer Entspannung steigt Lawinengefahr wieder

  • Neuerliche Niederschläge kommen am Wochenende
  • Nach weiteren Schneefällen droht ein Verkehrschaos

Nachdem die Lawinengefahr in den Alpen in den vergangenen Tagen bis auf die höchste Stufe 5 gestiegen war, hat sich die Lage nun etwas entspannt. Die Bedrohung wurde größtenteils auf die 3 und 4 zurückgestuft. Experten gehen aber davon aus, dass neuerliche Schneefälle das Risiko wieder ansteigen lassen. In Salzburg, Oberösterreich und der die Obersteiermark wurde ein Zuwachs von bis zu 40 Zentimetern bis Samstag in der Früh prognostiziert. Der Neuschnee und das Ende der Winterferien in Bayern rücken für das Wochenende ein Verkehrschaos in den Bereich des Möglichen.

Von Vorarlberg bis ins westliche Niederösterreich wird sich die Situation besonders verschärfen", warnte der Informationsdienst. In den Alpen fällt Schnee, im Süden wird es frühlingshaft warm.

Der ARBÖ befürchtet Staus auf der Tauernautobahn zwischen Salzburg und Bischofshofen, der Inntalautobahn zwischen Kufstein und der Ausfahrt Zillertal sowie auf der Rheintalautobahn vor dem Pfändertunnel, dazu noch auf etlichen Bundesstraßen in Salzburg, Tirol und der Obersteiermark.

Keine Verschnaufpause für Einsatzkräfte?
In der Obersteiermark ist nur noch die kleine Ortschaft Gschöder am Straßenweg von der Außenwelt abgeschnitten. Radmer ist nach mehreren Tagen wieder erreichbar. Die Bewohner von Gstatterboden im Bezirk Liezen, die am Mittwoch wieder in ihre Häuser zurückkehren konnten, erreichte am Donnerstag eine positive Nachricht: Die Errichtung des fertig geplanten 100 Meter langen Lawinenablenkdammes wurde in der Prioritätenliste der Wildbachverbauung vorgereiht, mit den Arbeiten soll begonnen werden, sobald der Schnee weg ist. Die Fertigstellung ist bis 2011 vorgesehen.

Für die Einsatzkräfte könnte es schon bald weitergehen. Die steirische Katastrophenschutzabteilung startete unter den Bezirken einen Rundruf, um den Einsatzbedarf für das Wochenende zu ermitteln.

"Unveränderlich kritisch"
In Tirol sprechen Experten von "unverändert kritischen Verhältnissen" für Wintersportler, obwohl die Lawinengefahr auf den Wert 3 zurückgestuft wurde. Durch vorhergesagte Niederschläge könnte das Risiko für Selbstauslösungen wieder markant steigen. Nachts wären dann eventuell exponierte Verkehrswege von Abgängen betroffen. Auch in Vorarlberg könnte die Lawinengefahr wieder auf 4 steigen.

Vor Selbstauslösungen und Staublawinen mit großer Reichweite wird in Salzburg gewarnt, wo ohnehin zum Teil noch Warnstufe 4 galt. Durch erwartete Erwärmung am Wochenende verliert der Schnee nämlich an Festigkeit, neu gefallener Schnee kann sich daher sehr leicht von selbst lösen. Fachleute mahnten speziell Tourengeher zur Vorsicht,

OÖ: Lawinengefahr steigt
Auch in Oberösterreich weisen Experten auf das Risiko von Selbstauslösungen hin. Dort soll die Gefahr am Wochenende noch steigen, deshalb wurden Lawinen vorsorglich gesprengt. Die Straßen über den Koppenpass und den Hengstpass sind wegen Lawinengefahr nach wie vor gesperrt.

In Niederösterreich wurde damit gerechnet, dass die Gefahrenstufe zumindest wieder auf 4 steigt. Schwerpunkt neuerlicher Schneefälle ist vermutlich das Ötschergebiet. In Frankfels (Bezirk St. Pölten) ist am Donnerstag ein 37-jähriger Mann schwer verletzt worden, als ein Hausdach einstürzte, das er gerade vom Schnee befreien wollte.

(apa/red)

26.2.2009 17:39