Mittwoch, 25. Februar 2009

Schon 29 Ski-Tote auf Österreichs Pisten:
Bereits vier Todesopfer mehr als im Vorjahr

  • 62 Prozent der Verunglückten ohne Helme unterwegs
  • Ski-Unfälle mit Fahrerflucht sind keine Seltenheit

Mit 29 Todesopfern haben sich in der heurigen Skisaison bereits um vier tödliche Unfälle mehr auf Österreichs Pisten ereignet als im Vergleichszeitraum des Vorjahres - und das, obwohl die Helmquote steigt. Todesursache waren bei fast der Hälfte der Fälle "interne Notfälle" wie Herzinfarkte oder ähnliche Erkrankungen. Sieben Menschen sind nach Kollisionen gestorben, wie aus der Statistik des Kuratoriums für Alpine Sicherheit hervorgeht.

Rund 62 Prozent, also 18 der 29 tödlich verunglückten Skifahrer in der heurigen Saison haben keinen Helm getragen, sechs waren mit Kopfschutz unterwegs, bei fünf war es nicht bekannt. Unter den Opfern haben sich zwölf Deutsche und zwölf Österreicher befunden, die restlichen Toten stammten jeweils aus Irland, Polen, der Schweiz, Slowenien und der Slowakei. Heuer gab es bisher bereits mehr tödliche Kollisionen unter Skifahrern als in der gesamten Vorjahressaison, als fünf Menschen starben.

Für Schlagzeilen sorgte u.a. der Zusammenstoß des thüringischen Ministerpräsidenten Dieter Althaus am Neujahrstag auf der steirischen Riesneralm mit einer Wintersportlerin aus der Slowakei. Die Frau starb dabei.

Zahlreiche Fahrerfluchtunfälle
"Was uns zu schaffen macht, sind die Fahrerfluchtunfälle. Ihr Anteil an den gesamten Skiunfällen ist mit 15 bis 20 Prozent relativ hoch", sagte der Leiter des Alpinpolizei, Oberstleutnant Hans Ebner, zur APA. Wobei es sich nicht immer um "klassische" Fahrerflucht handelt. Viele merken nach einem Sturz erst daheim, dass sie doch verletzt sind. Dennoch ist der Anteil jener, die wissentlich die Flucht ergreifen hoch. "Sicher die Hälfte davon", sagte Ebner.

Dass die Sportler die Piste mit zu hoher Geschwindigkeit hinunterfahren, sei laut Ebner nicht unbedingt das größte Problem. Allerdings unterschätzen die Sportler häufig ihr eigenes Tempo. "40 bis 50 km/h hat man als Skifahrer schnell einmal", meinte er.

Die Helmtragemoral ist in der laufenden Saison noch einmal stark angestiegen. "Ich schätze, dass 60 bis 70 Prozent der Skifahrer mit Helm unterwegs sind", sagte Ebner. Bei den Kindern unter 15 sind es nahezu 80 Prozent.
(apa/red)

25.2.2009 08:35