Wiener Taxler raubte seine Fahrgäste aus:
Setzte Opfer mit Schlafmittel außer Gefecht
- Exekutive registrierte schon mindestens zehn Fälle
- Tatmotiv war jahrzehntelange Spielsucht des Taxlers

Einem Wiener Taxler, der seine Fahrgäste mit Schlafmittel außer Gefecht gesetzt und beraubt hat, hat die Polizei jetzt das Handwerk gelegt. Der 51-Jährige soll in der Nacht seinen Opfern am Westbahnhof aufgelauert und ihnen auf der Fahrt angebliche Erfrischungsgetränke angeboten haben, die sie tatsächlich müde machten. Dann raubte er sie aus. Mindestens zehn Fälle hat die Exekutive registriert.
Die Ermittler vermuten, dass die Dunkelziffer weit höher ist. Das ergibt sich schon aus dem Geständnis des Mannes. Er gab an, seit Beginn des Jahres 2008 sich auf diese Weise ein Zubrot verdient zu haben. Mindestens einmal pro Woche soll er zugeschlagen haben, wobei er nicht immer erfolgreich war. Sein Motiv war seine jahrzehntelange Spielsucht.
Die Polizei war durch zwei Vorfälle im Februar auf den Mann aufmerksam geworden. Zwei Bahnpassagiere am Westbahnhof fielen dem Taxler in die Hände. Dabei hatte ein Ungar großes Glück, dass er überhaupt überlebte. Der Verdächtige dürfte ihn betäubt, ausgenommen und in Schwechat ausgesetzt haben. Er wurde mit 24 Grad Körpertemperatur gerade noch rechtzeitig gefunden.
Geständnis abgelegt
Nicht zuletzt dank eines Tipps eines anderen Taxi-Lenkers stießen die Beamten dann auf den 51-Jährigen. Zusätzlich war dieser gefilmt worden, wie er mit einer gestohlenen Kreditkarte abhob. Als ihn die Polizei festnahm, legte er sofort ein Geständnis ab.
Demnach war er seit Anfang 2007 im Taxi unterwegs. Ein Jahr später kam ihm die Idee mit dem kriminellen Zuverdienst. Manche seiner Opfer dürfte er doppelt und sogar dreifach beraubt haben. Zuerst leerte er den Betäubten die Geldtaschen, dann zwang er sie noch, vom Bankomaten abzuheben bzw. ihm den Code zu geben. Mitunter verlangte er auch noch von Angehörigen 150 Euro, bei denen er die Passagiere ablieferte.
(apa/red)
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