Dienstag, 24. Februar 2009

Schneepflugfahrer sitzt jetzt in U-Haft: Ohne Führerschein und betrunken unterwegs

  • Serbe wegen Unfall mit Todesfolge angeklagt
  • Lebt derzeit ohne Aufenthaltspapiere in Österreich

Kein Führerschein, alkoholisiert am Steuer und ohne Aufenthaltspapiere in Österreich: Jener 27-jährige Serbe, der im Wiener Prater mit seinem Schneeräumfahrzeug einen Jogger niederstieß und diesen so schwer verletzte, dass er noch an der Unfallstelle starb, sitzt in Untersuchungshaft.

Weil er sich "unrechtmäßig im Bundesgebiet aufgehalten hat" und einen Unfall mit Todesfolge verursachte, lautete die Begründung. Die Ermittlungen sind noch im Laufen. Ein ebenfalls durchgeführter Drogentest verlief negativ.

Weil der 27-Jährige während der Fahrt offenbar eingenickt sein dürfte, fuhr der Schneepflug am Montag gegen 8.00 Uhr einen 47 Jahre alten Wiener beim Joggen nieder. Der Mann erlag in Folge seinen schweren Kopfverletzungen. Der Unfalllenker dürfte für seinen Vater als Schneepflugfahrer eingesprungen sein.

Mitarbeiter gekündigt
Jener Mitarbeiter der Firma Attensam, der den Schneepflug an den 27-jährigen Unfalllenker "verborgt" und diesen mit Firmenfahrzeug und -handy in den Dienst geschickt hatte, wurde gekündigt. Das teilte die Attensam-Geschäftsleitung mit.

Einer internen Befragung zufolge hat der 27-jährige Cousin des Vertragspartners das von Attensam zur Verfügung gestellte Fahrzeug und Handy an sich genommen und am Montag um 4.00 Uhr den Einsatz an dessen Stelle übergenommen, ohne die Firma Attensam davon zu informieren. Der Unfalllenker, der keinen Vertrag mit der Firma Attensam hat, meldete sich nach Beendigung der Route bei der Einsatzleitung mit dem Handy vom eigentlichen Mitarbeiter ab. Im Anschluss kam es - vermutlich wegen Sekundenschlafes - am Heimweg auf der Allee zum tragischen Unfall. Laut eigenen Aussagen besitzt der Unfalllenker einen serbischen Führerschein.

"Die Firma Attensam trifft hier kein Fehlverhalten. Es handelte sich um eigenmächtiges, unentschuldbares Handeln unseres Vertragspartners. Mit der sofortigen Beendigung des Vertragsverhältnisses habe ich umgehend Konsequenzen gezogen. Mein tiefes Mitgefühl gehört den Angehörigen des Opfers", betonte Oliver Attensam.

(apa/red)

24.2.2009 15:17