Dienstag, 17. Februar 2009

Gestikulieren fördert späteren Wortschatz: Früh anfangen mit Baby zu kommunizieren!

  • Repertoire an Gesten beeinflusst späteren Wortschatz
  • Mehr Geld, mehr Worte: Eltern-Einkommen relevant

Lange bevor Babys die ersten Worte bilden, machen sie sich schon mit Gesten verständlich. Eltern sollten den Gebrauch dieser Kommunikationsform fördern. Denn jene Kinder, die schon früh ein breites Repertoire von Gesten nutzen, verfügen einer Studie zufolge im Kindergartenalter über einen besonders umfangreichen Wortschatz.

In der Untersuchung filmten die Psychologinnen der Universität Chicago in 50 Familien verschiedener Einkommensgruppen ausgiebig, wie die Eltern mit ihren 14 Monate alten Sprösslingen umgingen. Gut drei Jahre später prüften sie dann das Vokabular der Kinder.

Mehr Geld, mehr Worte
Dass der Nachwuchs wohlhabender Paare einen größeren Wortschatz hatte als die Sprösslinge aus unteren Einkommensgruppen, überraschte dabei nicht. Dies hatten schon frühere Studien gezeigt. Aber die bessere Kommunikationsfähigkeit von Kindern reicher Eltern zeigte sich auch schon bei den 14 Monate alten Kleinkindern im Repertoire der Gesten.

Während der 90-minütigen Filmaufnahmen nutzen die Kinder aus wohlhabenden Familien durchschnittlich 24 verschiedene Gesten, jene aus ärmeren Verhältnissen dagegen im Mittel nur 13. Diese bessere Kommunikationsfähigkeit führen die Forscherinnen darauf zurück, dass gut situierte Eltern im Umgang mit ihren Kindern tendenziell ein größeres Spektrum solcher Bewegungen nutzen.

Den genauen Zusammenhang zwischen Gestik und Wortschatz kennen die Forscherinnen zwar nicht. Möglicherweise könnten die Kinder den Eltern aber durch die Bewegungen gezielt bestimmte Wörter entlocken, die sie dann in ihren Wortschatz aufnehmen. (apa/red)

17.2.2009 08:53