Liebe Leserin, Lieber Leser! Sekttrinken
und die Kinderfrau-Nächtigung auf Spesen
- Atha Athanasiadis, NEWS-Chefredakteur
- PLUS: Wie ist Ihre Meinung zu den Grünen?

Nichts kapiert? Eva Glawischnig und warum für Grün-Politiker/innen ganz einfach andere Gesetze gelten (müssen).
Es sind immer die Bilder, die viel über Menschen erzählen. Manchmal kann man durch Zufall, Dummheit oder einfach so in ein blödes Bild geraten. So wie Eva Glawischnig bei ihrer Hochzeit. Bauchfrei in Weiß. Mir ist und war das immer wurscht. Aber das Land hatte was zum Reden.
Von da an hätte Eva Glawischnig wissen müssen, dass für grüne Politiker/innen andere Gesetze der Beobachtung gelten. Egal ob man sie mag oder verlogen findet.
Denn keine Partei ist so gewachsen wie die Grünen. Keine andere Partei ar so wichtig für das Themensetzen wie sie. Umwelt. Integration. Sozialpolitik. Ohne Grüne hätte sich vieles in unserem Land nicht zum Besseren gewendet. Und so ist die Erwartungshaltung gegenüber Grün-Politikern/innen höher als gegenüber anderen.
Denn die Grünen sind entstanden, weil sich Menschen im Protest zusammengeschlossen haben. Linke, Katholiken, Ökos, Konservative. Menschen, die mit dem Zustand der Regierenden unzufrieden waren. Aus der ÖVP, der SPÖ. Bauern, Städter. Der kleinste gemeinsame Nenner war der Wille zur Veränderung.
Dieser Schmelztiegel machte die Grünen auch immer ein wenig mühsamer als alle anderen Parteien. Konfuser. Basisdemokratischer. Aber spannender. Und jetzt das.
Fußfrei schaut der Politbeobachter dem Grün-Suizid zu. Und so passt es nur ins Bild, dass just zu der Zeit, als NEWS die Buchhaltung des grünen Klubs zugespielt wurde (S. 10), die Grünen-Chefin mit ihrem Mann den Wiener Kaffeesiederball besuchte (S. 166). Ein Zufall. Ein dummer.
Kein Mensch verbietet Eva G. den Besuch eines Balls. Aber öffentliches Sekttrinken, während es die Partei zerfetzt, ist ein echter PR-GAU. Und noch was: Man setzt als hochbezahlte Politikerin nicht das Zimmer des Kindermädchens auf die Spesenabrechnung (S. 15). Das tut Grün-Frau nicht. Das ist abgehoben und nicht kinderlieb.
