"Discovery"-Start neuerlich verschoben:
Raumfähre bricht erst verspätet zur Iss auf
- Nicht wie erhofft am 27. Februar, sondern im April
- Treibstoffventile bereiten der NASA große Sorgen
Wegen anhaltender technischer Probleme hat die US-Weltraumbehörde NASA den Start der Raumfähre "Discovery" erneut verschoben. Der Orbiter werde nicht wie erhofft am 27. Februar zur Internationalen Raumstation ISS aufbrechen können, teilte die NASA mit. Möglicherweise könne der Start am 7. April erfolgen. Sorgen bereiten vor allem die Treibstoffventile.
Notwendig seien weitere Datenauswertungen, Tests und andere Arbeiten, weil einige Fehlerquellen noch nicht klar seien. An den 13-stündigen Krisentreffen nahmen hochrangige NASA-Mitarbeiter teil. Ursprünglich hatte die Raumfähre schon am 12. Februar vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral abheben sollen.
Im vergangenen November war beim Flug der Raumfähre "Endeavour" ein Treibstoffventil beschädigt worden. Vorsichtshalber seien die Ventile der "Discovery" ausgebaut, untersucht und wieder eingesetzt worden, erklärte die NASA.
14-tägige Mission mit Außeneinsätzen
Bei der "Discovery"-Mission handelt es sich um den ersten von insgesamt fünf geplanten Shuttleflügen der NASA dieses Jahr. Die Raumfähre bringt sieben Astronauten auf die ISS. Während der 14-tägigen Mission sind auch Außeneinsätze an der bemannten Raumstation geplant. Hauptziel der Mission ist es, ein Paar Solarflügel zur ISS zu bringen. Die neuen Flügel sollen künftig ein Viertel der benötigten Energie für die ISS-Mannschaft erzeugen.
Im Gepäck der "Discovery" befinden sich zudem Ersatzteile für eine Wasser-Recycling-Anlage, die auch Urin aufbereitet. Die Vorrichtung war bereits während der vorangegangenen Shuttle-Mission zur ISS installiert worden, hatte sich jedoch als nicht voll funktionstüchtig erwiesen.
Alterschwache Raumfähren bald in Pension
Um Mittel für geplante Mars- und Mondfahrtprojekte zu gewinnen, sollen die altersschwachen Raumfähren "Atlantis", "Discovery" und "Endeavour" nach über einem Vierteljahrhundert im Mai nächsten Jahres aus dem Verkehr gezogen werden. Der Haken dabei: Erst 2015 kann es Ersatz geben. Damit wären amerikanische und europäische Astronauten, die zur ISS wollen, fünf Jahre lang auf "Mitfahrgelegenheiten" der Russen angewiesen. Bisher ist unklar, welche Richtung die Regierung von US-Präsident Barack Obama bei der Raumfahrt einschlägt.
(apa/red)

