Krise im Tourismus kommt zeitverzögert:
"Das wird erst auf Hotelbranche zukommen"
- Bettina Steigenberger sieht härtere Zeiten kommen
- Bei Städteurlauben ist Krise schon deutlich spürbar

Hotel-Erbin Bettina Steigenberger, eine der vier Hauptaktionäre und Aufsichtsrätin der Frankfurter Hotelgruppe Steigenberger, sieht noch härtere Zeiten auf die Tourismusbranche zukommen. In der Ferienhotellerie laufe es noch ganz gut. Die Finanzkrise hat hier noch nicht durchgeschlagen. "Das wird erst auf uns zukommen, fürchte ich", sagte die Hotel-Grande-Dame.
Die Auswirkungen der Krise seien beim einzelnen noch nicht wirklich gelandet. Gerade beim Winterurlaub mit den teuren sportlichen Aktivitäten müsse man sich auch die preislichen Strukturen anschauen. In den Städten sei die Finanzkrise jetzt schon spürbar, vor allem in der Luxusklasse. "Wir haben viele Geschäftsreisende, und ein Unternehmen könne es kaum rechtfertigen, seine Mitarbeiter in die teuersten Hotels zu schicken, wenn es überall runtergeht. Bei einem Fünfsterne-Haus müsse man aber einen gewissen Preis verlangen, weil die Kosten entsprechend seien.
"Krise ist massiv"
Es wäre albern zu behaupten, dass die Wirtschaftskrise keine Sorgen mache. "Sie ist massiv. Wir alle wissen nicht, wie die Auswirkungen sein werden und wie lange es dauern wird", so Steigenberger. "Wir sind sehr erfolgsverwöhnt. Wir sind alle ständig gewachsen, aber das kann nicht immer so weitergehen. Deshalb meine ich wirklich, dass die Krise auch eine Chance für eine Konsolidierung ist.
Steigenberger findet gut, dass der Staat die Banken unterstützt. Dort sei das Tool, um der Gesamtwirtschaft zu helfen. Von einer direkten Förderung für Tourismusbetriebe hält sie dagegen nichts. "Mich beschleicht manchmal das Gefühl, dass Unternehmen, denen es schon länger nicht so gut ging, die Wirtschaftskrise dazu nützen, um sich zu entschulden." Eine Förderung für die Österreich-Werbung mache allerdings Sinn, weil man damit den Gesamtmarkt bewerben könne.
(apa/red)
