Samstag, 21. Februar 2009

Gier nach schnellem Gewinn nicht belohnen:
Bonuszahlungen an Bankmanager begrenzen

  • EU-Kommission arbeitet derzeit an einer Initiative
  • Barroso ruft Mitglieder zu schnellem Handeln auf

Die Europäische Kommission bereitet eine Initiative zur Begrenzung von Bonuszahlungen an Manager vor. "Exzessive Bonuszahlungen verleiten Finanzmanager dazu, unvertretbare Risiken einzugehen. Die Folgen sehen wir jetzt in der Finanzkrise", sagte Kommissionspräsident José Manuel Barroso in einer deutschen Zeitung. Daher solle ein System geschaffen werden, "das die Gier nach schnellen Gewinnen zügelt und in dem Scheitern nicht belohnt wird", kündigte er an. Details werde die Kommission im April oder Mai vorstellen.

Barroso ruft im "Hamburger Abendblatt" die Mitgliedstaaten zu schnellem Handeln auf. Die Europäer hätten die Möglichkeit, Maßstäbe zu setzen für den Rest der Welt. Der Präsident betonte: "Es ist wirklich ein Skandal, was manchmal vor sich geht. Wir erleben eine Privatisierung der Gewinne und eine Sozialisierung der Verluste. Das ist ethisch nicht vertretbar."

Entschlossenes Vorgehen gegen Protektionismus
Vor dem Vorbereitungstreffen zum Weltfinanzgipfel der G20, das am Sonntag im deutschen Bundeskanzleramt stattfindet, forderte Barroso zudem eine bessere globale Finanzmarktaufsicht und entschlossenes Vorgehen gegen Protektionismus.

Barroso kritisierte indirekt Deutschlands Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) für Andeutungen über die Zahlungsfähigkeit von Staaten der Euro-Zone. "Innerhalb der Euro-Zone hat es bisher keine Probleme gegeben", betonte er. "Was die zukünftige Situation in der Euro-Zone angeht, ist alles andere als hilfreich, hier zu spekulieren." Klar sei jedenfalls: "Wenn alle den Stabilitäts- und Wachstumspakt in vollem Umfang einhalten, wird es keine Probleme geben. Für die Glaubwürdigkeit unserer gemeinsamen Währung ist es wichtig, dass dies auch geschieht."

(apa/red)

21.2.2009 22:02