Donnerstag, 19. Februar 2009

GM-Tochter Saab steht vor dem Aus:
Keine Beschlüsse auf der Vorstandssitzung

  • Autohersteller könnte Gläubigerschutz beantragen
  • Seit längerem vor dem Verkaurf: kein Interessent

Der schwedische Autohersteller Saab könnte demnächst einen Antrag auf Gläubigerschutz stellen. Medien hatten eine Entscheidung darüber bei einer heutigen Vorstandssitzung erwartet, die allerdings ohne nähere Angaben unterbrochen worden ist. Laut Regierungsangaben könnte das zum taumelnden US-Konzern General Motors gehörende Unternehmen zerteilt und rentable Teile gerettet werden.

Die Sondersitzung des Vorstands ist unterbrochen worden. Die Fortsetzung des Treffens sei auf unbestimmte Zeit verschoben, sagte die Gewerkschaftsvertreterin Annette Hellgren. Hellgren wollte sich nicht darüber äußern, ob und welche Beschlüsse bei der Sitzung getroffen wurden.

Antrag geplant
Mehrere schwedische Medien hatten unter Berufung auf Unternehmenskreise berichtet, Saab plane, einen Antrag auf Gläubigerschutz zu stellen, um das Traditionsunternehmen in Trollhättan umzustrukturieren und so vor einem möglichen Konkurs bewahren zu können.

Vonseiten des Saab-Herstellers gab es zu den Berichten keinerlei Kommentar. Saab steht seit längerem vergeblich zum Verkauf. Die Regierung in Stockholm verweigert dem Mutterkonzern GM weiterhin die am Vortag erneut geforderte Geldspritze. Wirtschaftsministerin Maud Olofsson hatte die Restrukturierung des Autoherstellers unter Gläubigerschutz am Mittwoch als "die realistischeste Lösung" für den schwedischen Traditionsbetrieb genannt. Dadurch könnten die am besten dastehenden Unternehmensteile gerettet und weiterentwickelt werden.

Saab beschäftigt in Schweden rund 4.000 Mitarbeiter und hat seinen Sitz in Trollhättan bei Göteborg. Eine Neuordnung bei Saab würde voraussichtlich umfassende Kündigungen und Produktionskürzungen bedeuten.
(apa/red)

19.2.2009 16:00