Donnerstag, 19. Februar 2009

Nach Börsencrash kommt Pensionreform:
Regierung will Kürzungen besser abfedern

  • System soll ab Sommer 2009 umgebaut werden
  • Arbeitsgruppe soll jetzt Vorschläge ausarbeiten

Nach dem schwarzen Börsenjahr 2008 mit den massiven Veranlagungs-Einbrüchen bei den Firmenpensionen soll das System rasch reformiert werden. Bis Sommer soll die Pensionskassen-Reform stehen und im zweiten Halbjahr in Kraft treten, sagte Finanzstaatssekretär Lopatka. Die Arbeitsgruppe, die jetzt erstmals zusammengetreten ist, soll bis Mai ihre Vorschläge der Regierung übergeben können.

Detailliert den Kopf zerbrechen soll sich die Reformgruppe über die Mindestertragsrücklage (MERL), um Pensionskürzungen besser abfedern zu können, die Möglichkeit eines Wechsels von einer Pensionskasse in eine Betriebliche Kollektivversicherung (BKV), unterschiedliche Veranlagungs- und Risikogemeinschaften (VRG) je nach Lebensalter sowie mehr Transparenz in der Gebarung der Kassen. Eine Kapitalgarantie sowie eine Wiedereinführung der 2003 abgeschafften Mindestertragsgarantie sei nicht angedacht, gab Lopatka zu verstehen.

Vorschlag Pensionssicherungsfonds
Über einen "Pensionssicherungsfonds" werde von den Experten der Arbeitsgruppen bzw. Interessensvertretern sicher auch diskutiert werden, nimmt Lopatka an. Die Wortmeldung von Seniorenrat-Präsident Karl Blecha, der vor der Sitzung von "Katastrophenfonds" sprach, sei aber von mehreren Teilnehmern "irritiert" aufgenommen worden.

Wie berichtet sind die Veranlagungsergebnisse der Pensionskassen 2008 im Durchschnitt um 12,94 Prozent eingebrochen. Deshalb gab es heuer für etwa zwei Drittel der Bezieher einer Firmenpension - rund 42.000 von 63.000 - eine Kürzung ihrer Zusatzrente. Lopatka gemahnt zur Eile, um "Verluste wie derzeit nicht mehr systemimmanent zu haben".
(apa/red)

19.2.2009 14:52