Donnerstag, 19. Februar 2009

Schweizer UBS lockert ihr Bankgeheimnis:
Großbank zahlt 780 Mio. Dollar Strafe an USA

  • Soll Kunden bei Steuerhinterziehung geholfen haben
  • Regierung hat außerordentliche Sitzung einberufen

Nach der Steuerhinterziehungs-Affäre hat die Schweizer Großbank UBS sich jetzt mit den US-Justizbehörden auf die Zahlung von 780 Millionen Dollar Strafe geeinigt. Die Bank wird beschuldigt, rund 20.000 Kunden in den USA bei der Steuerhinterziehung von rund 20 Milliarden Dollar geholfen zu haben. UBS erklärte sich nun außerdem in einem für die Schweiz beispiellosen Schritt bereit, das Bankgeheimnis zu lockern und den Ermittlungsbehörden in den USA Daten amerikanischer UBS-Kunden zu liefern.

Konzernchef Rohner hatte kürzlich bei der Bilanzpressekonferenz nur darauf hingewiesen, dass die UBS nach wie vor eng mit den Behörden der USA und der Schweiz zusammenarbeite.

Außerordentliche Regierungssitzung
Die Schweizer Regierung war im Zusammenhang mit der Steueraffäre zu einer außerordentlichen Sitzung zusammengekommen. Bundespräsident Merz sagte im Anschluss, der Bundesrat habe davon Kenntnis genommen, dass die UBS zusammen mit der Finanzmarktaufsicht (FINMA) eine Einigung mit den US-Justizbehörden anstrebe. Es seien aber keine Entscheidungen gefallen.

Die hohe Geldstrafe bleibt für UBS nicht ohne Folgen: Die Großbank rutscht dadurch noch tiefer in die roten Zahlen als angekündigt. "Das Geschäftsergebnis 2008 wird um die Kosten für den Vergleich in den USA angepasst", sagte ein UBS-Sprecher. (apa/red)

19.2.2009 09:31