Mittwoch, 18. Februar 2009

GM braucht weitere 30 Milliarden Dollar: Weltweit werden 47.000 Stellen gestrichen

  • Auch Konkurrent Chrysler benötigt weitere Staatshilfe
  • Wiener Standort von Sparmaßnahmen betroffen?
    MEINUNG: Was sagen Sie zum neuen Krisenausmaß?

Ja, es geht leider doch noch schlimmer: Der US-Autokonzern General Motors verlangt jetzt weitere Überbrückungskredite von der US-Regierung. Insgesamt werden bis zu 30 Milliarden Dollar benötigt. Außerdem sollen weltweit 47.000 Stellen gestrichen werden. Ohne weitere Staatshilfen werde dem Konzern Ende März das Geld ausgehen. Konkurrent Chrysler sucht nach bereits erhaltenen vier Milliarden Dollar um weitere fünf Milliarden Hilfe an.

Der US-Autokonzern General Motors benötigt insgesamt bis zu 30 Milliarden Dollar Staatshilfen und will weltweit 47.000 Stellen streichen. Ohne weitere Staatshilfen werde dem Konzern Ende März das Geld ausgehen, teilte das Unternehmen am Dienstag bei der Vorlage seines Umbau-Planes mit. Konkurrent Chrysler sucht nach bereits erhaltenen vier Milliarden Dollar um weitere fünf Milliarden Hilfe an.

Sanierungskonzepte
Die Autobauer mussten der US-Regierung eine Strategie vorlegen, wie die Konzerne dauerhaft ihr Überleben sichern wollen. General Motors erklärte, dass es voraussichtlich auf weitere staatliche Kredite über 16,6 Milliarden Dollar angewiesen sei. Bisher hat GM bereits 13,4 Milliarden Dollar erhalten, um die drohende Zahlungsunfähigkeit zu verhindern. Die geplanten Kostensenkungen sollen zur Sanierung des Konzerns beitragen und ihn in die Lage versetzen, die Kredite zurückzuzahlen. Dies soll ab 2012 beginnen und bis 2017 abgeschlossen sein.

Ungewissheit herrscht nach wie vor über mögliche weitere Auswirkungen der Sparmaßnahmen auf das GM-Powertrain-Werk in Wien-Aspern. Dort müssen wie berichtet seit 19. Jänner bereits 1.540 von insgesamt 1.850 Mitarbeitern kurzarbeiten.

Stellenabbau
Chrysler will unterdessen weitere 3.000 Arbeitsplätze abbauen. Der Autohersteller kündigte außerdem die Einstellung von drei Fahrzeugmodellen an. Der vorgelegte Plan zeige, dass Chrysler allein überleben könne, teilte der Konzern mit.

Die US-Regierung schloss eine Insolvenz der beiden Autokonzerne nicht aus. Man werde zunächst die vorgelegten Sanierungspläne prüfen, hieß es aus Washington. Die Präsidentin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, sagte, sie hoffe, mit der Vorlage der Pläne gebe es jetzt eine Grundlage für die Erneuerung der Branche.

Die Zukunft für Opel ist auch nach der Vorlage eines Sanierungsplans bei der Konzernmutter General Motors ungewiss. Inzwischen hoffen die deutschen Opel-Beschäftigten auf die Rettung ihrer Standorte. GM soll die Schließung und den Verkauf von drei Opel-Fabriken in Europa prüfen. Bochum und Antwerpen könnten geschlossen, Eisenach verkauft werden.
(apa/red)

18.2.2009 12:31
klugscheisser8, 18. 02. '09 08:27
Ohoh!
Ich befürchte ja, dass der "Spaß" erst so richtig los geht. Und wie die Geschichte zeigt (bsp. Weltwirtschaftskrise 1929), setzt in Österreich alles erst mit zwei bis drei Jahren Verzögerung ein. Daher: Freuen wir uns auf 2010!
Eniya, 18. 02. '09 08:21
???
bin schon gespannt wie schlimm es uns tatsächlich erwischen wird