Morgenstern als tragische Figur: Tränen
nach Sturz statt Jubel über eine Medaille
- Stürzt im 2. Durchgang bei Höchstweite im Auslauf
- Innauer: Morgi muss jetzt einmal traurig sein dürfen

Wolfgang Loitzl und Gregor Schlierenzauer wurden nach ihrem WM-Doppelsieg von der Normalschanze gefeiert, Mitfavorit Thomas Morgenstern verschwand währenddessen kommentarlos im Team-Container und vergoss Tränen der Enttäuschung. Der Olympiasieger hatte sich mit einem Sturz nach dem weitesten Sprung des zweiten Durchgangs auf 101,5 Meter um die Chance auf den Titel gebracht, landete nach Halbzeitrang vier nur an achter Stelle. Seine Kollegen und die Betreuer gaben dem 22-jährigen Kärntner in der Stunde ihres Triumphes jedoch moralische Unterstützung.
"Morgi muss jetzt einmal traurig sein dürfen, aber wir werden ihn wieder aufrichten. Dieses Missgeschick kann noch bei dieser WM eine ganz besondere Geschichte werden, ich erinnere nur an Hermann Maier", erklärte Sportdirektor Toni Innauer mit Hinweis auf den Olympiasieg des "Herminators" in Nagano nach vorangegangenem Sturz. Morgensterns Lieblingsschanze, der große Bakken, steht erst in den nächsten zwei Bewerben auf dem Programm - dort hat er mit 16 Jahren seinen ersten Weltcupsieg gefeiert und auch die WM-Generalprobe gewonnen.
"Sein Sturz hat mir unheimlich wehgetan"
Cheftrainer Alexander Pointner wollte sich abends viel Zeit nehmen für den Weltcupsieger. "Er hat es auf den Punkt hin geschafft, dass er in Topform ist. Sein Sturz hat mir unheimlich wehgetan, weil ich weiß, mit welcher Effizienz er sein Ziel verfolgt. Aber seine Lieblingsschanze steht nur wenige Meter weiter links, er wird bis Freitag wieder voll da sein."
Loitzl hatte im Spaß mit seinem Zimmerkollegen Morgenstern einen Doppelsieg prognostiziert. "Wir haben gemeinsam Zimmer Nummer 21 und haben gesagt, auf der Normalschanze gewinne ich vor ihm und auf der großen gewinnt er. Heute hätten wir das auch wirklich geschafft, er wäre zumindest Zweiter geworden. Da sieht man, wie nahe Sieg und Niederlage beisammen liegen", sagte der Steirer nach seiner ersten Einzel-WM-Medaille. "Morgi hat sein Ziel sicher nicht aufgegeben, ich werde versuchen, ihn aufzurichten."
(apa/red)










