Donnerstag, 19. Februar 2009

Startschuss für die Nordische Ski-WM:
Einmarsch der Athleten blieb in Liberec aus

  • Karel Gott und Deep Purple stimmten Zuschauer ein
  • Veranstalter erhoffen mindestens 150.000 Zuschauer

Unter dem Dach der Mehrzweckhalle und damit gut geschützt vor dem dichten Schneetreiben, das Liberec seit Tagen ein dickes weißes Kleid verpasst, hat FIS-Präsident Gianfranco Kasper die 47. Nordischen Ski-Weltmeisterschaften offiziell für eröffnet erklärt. Die Feier in der Tipsport-Arena war umrahmt von musikalischen "Schmankerln": Karel Gott sang für seine tschechischen Landsleute die Hymne, danach rockte die englische Band Deep Purple.

Die knapp 600 Aktiven aus 61 Ländern (Rekord) waren bei der Feier nur zum geringen Teil vertreten, von den zehn anwesenden Österreichern war Kombinierer-Ersatzmann Marco Pichlmayer dabei. Thomas Morgenstern, der wie in Sapporo die rot-weiß-rote Fahne tragen sollte, musste nicht eingreifen. In der doch recht engen, mit rund 7.000 Zuschauern besuchten Eishockey-Halle gab es keinen Einmarsch der Mannschaften, die Fahnen wurden von Mädchen auf Schlittschuhen präsentiert.

Heute gehen die ersten zwei von insgesamt 20 Entscheidungen der bis 1. März dauernden Titelkämpfe in Szene. Sowohl im 10 km-Langlauf der Damen in der klassischen Technik (mit Katerina Smutna) als auch im Massenstart-Bewerb der Nordischen Kombination (mit Mario Stecher, Christoph Bieler, Bernhard Gruber und Lukas Klapfer) ist Österreicher vertreten.

18 ÖSV-Athleten dabei
Österreich wird in Liberec durch ein 18-köpfiges Aufgebot vertreten sein. Die rot-weiß-rote Fahne wird Team-Weltmeister und Doppel-Olympiasieger Thomas Morgenstern tragen, der als erster Skispringer am späten Dienstagabend nach Nordböhmen reiste. Seine Kollegen folgen am Mittwochabend. Die Nordischen Kombinierer verzichten angesichts ihrer Einsätze heute auf die Teilnahme an der Feier, nur Ersatzmann Marco Pichlmayer wird dabeisein.

Österreichs Nordische waren bei der Heim-WM 1999 in Ramsau mit sechs Medaillen (1-2-3) von der Zahl her bei Weltmeisterschaften am erfolgreichsten, übertroffen wurde diese Bilanz nur bei den Olympischen Spielen in Turin 2006 (4-2-1) und Albertville 1992 (1-3-3). Diesmal nannte ÖSV-Sportdirektor Toni Innauer drei bis vier Stück als Ziel. Tschechiens Aktive können ihren Heimvorteil vor allem im Skilanglauf und eventuell in der Nordischen Kombination in Spitzenplätze ummünzen. Die Springer, betreut vom Vorarlberger Richard Schallert, hinken hingegen früherer Topform hinterher.

Die Zuschauerzahlen werden jene der WM 2007 in Sapporo bei weitem übertreffen. Dort war der Besuch allerdings enttäuschend. Die Veranstalter in der 100.000-Einwohner-Stadt Liberec, die nur 90 Kilometer von Prag entfernt ist, haben 150.000 verkaufte Karten budgetiert und hoffen auf rund 200.000. Ein Pluspunkt: Angesichts der nahen Grenzen im Dreiländereck werden auch viele Fans aus Polen und Deutschland erwartet. (apa/red)

19.2.2009 07:26