"Sind eine ganz lässige Truppe": Thomas Morgenstern über Teamgeist und WM-Traum
- Schon sehr viel erreicht: "Mache mir keinen Stress"
- NEWS:"Darfst nie mit dem Erreichten zufrieden sein"

·Innauer erhofft sich 3 bis 4 WM-Medaillen
Auf Skispringern lasten die größten Erwartungen
Der Olympia- und Gesamtweltcupsieger im NEWS-Interview. "Als Kind habe ich mir das ganz anders vorgestellt", erzählt der Dominator der vergangenen Saison. Und er sagt, was er noch erreichen muss, um der beste Skispringer der Welt zu werden.
NEWS: Was ist das Erfolgsgeheimnis dieser jungen Springermannschaft?
Morgenstern: Von allem Anfang an hat unser Trainer Alexander Pointner den Teamgedanken über alles andere gestellt. Ich habe erst mit der Zeit gemerkt, wie wichtig dieser Teamgeist auch für mich persönlich ist.
Es gibt nichts Schöneres, als wenn sich nach einem Erfolg deine Teamkollegen mit dir gemeinsam freuen. Das war nicht immer so.
NEWS: Ihre Ziele für die WM in Liberec?
Morgenstern: Ich will endlich einmal Einzelgold bei der Weltmeisterschaft. Dass die WM ausgerechnet in Liberec steigt, wo ich mit 16 Jahren meinen allerersten Weltcupsieg gefeiert habe, stimmt mich optimistisch.
NEWS: Haben Sie nie Angst vorm Versagen?
Morgenstern: Ich weiß, dass ich schon sehr viel erreicht habe, deshalb mache ich mir keinen besonderen Stress. Aber als Sportler darfst du nie mit dem Erreichten zufrieden sein, willst immer noch mehr. Ich habe einmal gesagt, dass ich der beste Skispringer der Welt werden will. Wenn ich dieses Ziel erreichen will, muss ich auch eine WM und die Tournee gewinnen.
NEWS: Trainieren Sie heute anders als am Beginn Ihrer Karriere?
Morgenstern: Ich will mich jedes Jahr weiterentwickeln, ohne dabei Großartiges zu ändern. Tatsache ist, dass immer mehr Springer auf dem gleichen hohen Level sind. Das macht es nicht einfacher. Ich weiß, dass ich in der Sprungtechnik oder auch im Kraftbereich noch sehr viel Potenzial nach oben habe. Es gibt im Skispringen unglaublich viele Komponenten, an denen man arbeiten kann, um noch besser zu werden.
NEWS: Wie lebt sich's damit, dass die Springer den Alpinen die Show stehlen?
Morgenstern: Wir haben als Mannschaft das Skispringen in Österreich wieder ziemlich populär gemacht, wir sind eine echt lässige Truppe. Natürlich tut es gut, wenn man als Randsportler so populär ist. Wir haben mit den Schanzen eine super Location, wo 40.000 Zuschauer im Auslauf mit uns mitfiebern. Das gibt es bei den Alpinen nur bei wenigen Rennen.
NEWS: Wie schaffen Sie es, bei dem Rummel um Ihre Person auf dem Boden zu bleiben?
Morgenstern: Dafür sorgen schon meine Familie und meine Freunde daheim. Als Kind habe ich mir das ganz anders vorgestellt, wie das ist, wenn du Olympiasieger und Gesamtweltcupgewinner bist. Aber im Grunde ist alles viel weniger spektakulär.
NEWS: Wie wertvoll ist für einen klassischen Einzelsportler eigentlich eine Goldmedaille im Teambewerb?
Morgenstern: Das Teamspringen macht uns allen extrem viel Spaß. Das Faszinierende am Teambewerb ist ja, dass der Erfolg nicht von einem Einzelnen abhängt, sondern von der gesamten Mannschaft. Ich glaube, dass wir deshalb in den letzten Jahren so erfolgreich sind, weil wir uns perfekt gegenseitig motivieren.
Die ganze Geschichte lesen Sie im NEWS Nr. 08/09!
