Eine will nun über das Kuckucksnest fliegen:
Iraschko bei WM-Debüt der Skispringerinnen
- Damen erstmals auf der Jagd nach WM-Medaillen
- Steirische Goldfavoritin erklärt: 'Schauen besser aus'

·Innauer erhofft sich 3 bis 4 WM-Medaillen
Auf Skispringern lasten die größten Erwartungen
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Die Herren und Damen mit dem langen Atem
Für Skispringerinnen haben die Nordischen Weltmeisterschaften 2009 in Liberec eine historische Bedeutung: Erstmals werden die besten Sportlerinnen der Welt an Freitag um Gold, Silber und Bronze kämpfen. Dafür dass die Premiere für Österreich besonders erfreulich verläuft, soll die Steirerin Daniela Iraschko sorgen: Die 25-Jährige wird zum Favoritenkreis gezählt.
"Ein bisserl eine Favoritenrolle habe ich wahrscheinlich doch durch die letzten beiden Siege", meinte Iraschko. Sie ist ja mit einem Doppelsieg im Kontinentalcup am vergangenen Wochenende in Notodden (Norwegen) im Gepäck an den WM-Schauplatz gekommen.
Belächelt worden sei sie nie im Männer-Sport Skispringen, immerhin hatte mit Eva Ganster schon vor ihr eine Österreicherin für ansprechende Leistungen gesorgt. "Ich habe eigentlich nie schlechte Erfahrungen gemacht, weil ich ein Mädchen bin." Die Kollegen wie Gregor Schlierenzauer und Co. treffen die Skisprung-Mädels ja des Öfteren beim Training, die zweite ÖSV-WM-Starterin Jacqueline Seifriedsberger sitzt mit Schlierenzauer in der Handelsschule in Stams sogar in der gleichen Klasse. Von fehlender Anerkennung ist da jedenfalls laut Iraschko keine Spur. "Die freuen sich ganz genauso für uns, dass wir endlich mitstarten dürfen. Vielleicht tut es sogar ein bisserl gut, wenn mehr Mädels reinkommen in die Partie da", meint sie frech.
Als Iraschko am 29. Jänner 2003 auf dem Kulm als erste Frau auf 200 m segelte, sorgte sie für einen Meilenstein und auch für ein absolutes Highlight ihrer bisherigen Karriere. "Das war sicher mein persönlicher Höhepunkt. Ich habe gewusst, ich habe drei Sprünge mit ein bisserl mehr Anlauf. Beim dritten Sprung ist es mir dann geglückt, es war ein wahnsinniges Gefühl."
"Wir schauen besser aus"
Und damit ist auch der wesentlichste Unterschied zu den Männern schon erklärt: Die Ladies erhalten einfach mehr Anlauf, vom Sprungstil her erkennt der Laie keinen Unterschied. Und wie erklärt Iraschko den Unterschied zu den Männern: "Wir schauen besser aus!"
Die WM in Liberec ist freilich nur ein erster Schritt, den Springerinnen fehlt ein organisierter Weltcup ebenso noch wie der nächste große Traum von der Aufnahme ins Olympische Programm. Die langsame Entwicklung in den vergangenen Jahren sei aber sogar gut gewesen, glaubt Iraschko. "Weil sich eine enorme Dichte aufgebaut hat und es nun spannende Wettkämpfe gibt. Aber ich glaube, dass es auch nicht mehr lange dauert, bis es einen Weltcup gibt, und dass wir 2014 auch bei Olympia dabei sein werden."
(apa/red)
