"Mein Lebenstraum": Der frischgebackene Biathlon-Weltmeister im großen Interview
- Dominik Landertinger will jetzt auch Olympia-Gold
- 20-Jähriger freut sich über Lob von Vorbild Björndalen
·Landertinger krönt sich zum Weltmeister
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·Medaillenspiegel
der Biathlon-WM
Diese Nationen holten Medaillen in Pyeongchang
·Von Eröffnungsfeier
bis Schlussbewerb
Das Programm der
Biathlon-WM in Südkorea

Er ist nicht extrovertiert, dafür aber besonders zielstrebig. Dominik Landertinger hat den größten Erfolg seiner jungen Biathlon-Karriere gefeiert - Weltmeister im Massenstart. Mit der APA sprach der 20-jährige Tiroler nach dem Rennen seines Lebens in Pyeongchang über die Wurzeln seines Selbstvertrauens, Vergleiche mit Ole Einar Björndalen und den Traum von Olympia:
Frage: Welches Gefühl ist es, die österreichische Bundeshymne zu hören in dem Wissen, Weltmeister zu sein?
Landertinger: "Das ist einfach unglaublich, Wahnsinn. Das war mein Lebenstraum seit ich zehn Jahre alt bin, seit ich mit dem Biathlon begonnen habe. Jetzt bin ich 20 und habe ihn erreicht. Das muss ich erst einmal verkraften."
Frage: Der Lebenstraum erfüllt mit 20. Was haben Sie noch alles vor?
Landertinger: "Das ist nur einer davon, ich habe mehrere. Olympiasieger zu werden, das wäre schon noch etwas. Nächstes Jahr habe ich vielleicht die Chance. Und ich will noch viele Rennen gewinnen. Vielleicht nicht so viele wie Ole Einar Björndalen, das wird schwierig, aber zumindest viele."
Frage: Christoph Sumann hat gesagt, er habe vor der letzten Runde gewusst, dass Sie Gold holen würden. Sie auch?
Landertinger: "Mir war das nicht so klar. Sicher war ich mir erst im Ziel - und da noch nicht ganz. Es war ein unglaubliches Rennen. Als wir zu viert weggegangen sind vom Schießplatz, wollte ich nur eines - nicht Vierter werden."
Frage: Dann haben Sie aber die entscheidende Attacke lanciert. Woher nehmen Sie dieses Selbstvertrauen?
Landertinger: "Ich kenne meine Stärken. Wenn ich treffe, dann laufe ich vorne mit. Das weiß ich. Das habe ich auch heute gewusst. Dabei habe ich mich in der Früh gar nicht so gut gefühlt. Ich war irgendwie müde, die Beine waren etwas schwer."
Frage: Hat Sie ihre leichte Krankheit noch beeinträchtigt?
Landertinger: "Nein, davon habe ich eigentlich nichts mehr gespürt. Sie hat mir zum Glück auch die Form nicht zusammengehauen. Das habe ich schon im Einzelbewerb (Platz sechs/Anm.) gemerkt. Ich habe noch immer die Form von Mitte Jänner. Und die war sehr, sehr gut."
Frage: Woher kommt es, dass sie regelmäßig die schnellste Schlussrunde laufen - sogar schneller als Björndalen?
Landertinger: "Meine Maschine muss meistens etwas warmlaufen, bis sie richtig funktioniert. Aber ich teile mir die Rennen auch so ein. Diese Ruhe habe ich einfach."
Frage: Ole Einar Björndalen hat Sie als einen möglichen Seriensieger kommender Tage bezeichnet. Was bedeutet es Ihnen, den Besten aller Zeiten geschlagen zu haben?
Landertinger: "Das macht das Ganze sehr besonders. Es ist ein unglaubliches Gefühl, ihn geschlagen zu haben. Er hat so viel gewonnen und er ist immer ein Vorbild gewesen. Daher freut es mich auch, dass er so viel von mir hält."
(apa/red)
