Björndalen-Festspiele bei der Biathlon-WM:
Norweger holt im 20 km-Einzel sein 3. Gold
- Österreicher Landertinger verpasst als 6. das Podest
- ÖSV-Läufer hoffen auf Staffel. PLUS: Ihr Kommentar!

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Der Heeresport Biathlon hat mythische Wurzeln
Die Biathlon-WM in Pyeongchang hat ihren unumschränkten König. Die Krone sitzt auf einem bekannten Kopf. Ole Einar Björndalen war auch im dritten WM-Rennen nicht zu schlagen. Der 35-jährige Norweger triumphierte im Einzelrennen über 20 km 14,1 Sekunden vor dem Deutschen Christoph Stephan und 17,1 Sekunden vor dem Überraschungsdritten Jakov Fak aus Kroatien. Dabei hatte sich Björndalen drei Schießfehler geleistet.
"Ich habe eigentlich nicht gedacht, dass ich damit noch eine Chance auf Gold habe", gestand Björndalen. Die läuferische Verfassung des Superstars ist aber eine unglaubliche. "Ich bin in einer sehr guten Form, das Schießen war nicht optimal. Mit drei Fehlern zu gewinnen ist sicher etwas glücklich", meinte der Ausnahme-Athlet, der neben seinem 13. WM-Titel auch seinen 86. Sieg im Biathlon-Weltcup feierte. Ein Rennen hat er auch im Langlauf gewonnen.
In Summe übertraf Björndalen damit die ewige Bestmarke des Schweden Ingemar Stenmark, der im Alpin-Bereich 86 Weltcups für sich entschieden hatte. "Das war immer ein Traum für mich", versicherte Björndalen. "Als ich jung war, war Stenmark ein großer Star. Er war immer hungrig. Das bin ich auch." Eine Kampfansage des Königs. In dieser Verfassung ist Björndalen sogar der "Grand Slam" mit Siegen in allen fünf WM-Bewerben zuzutrauen, was ihm bereits bei Olympia 2002 in Salt Lake City gelungen war. Damals hatte er alle vier Goldmedaillen abgeräumt.
Landertinger als Sechster bester Österreicher
Dominik Landertinger belegte als bester Österreicher Rang sechs. Auf Weltmeister Björndalen fehlten dem 20-Jährigen, der zwei Schießfehler verzeichnete, nur 36 Sekunden und 19 Sekunden auf eine Medaille. Christoph Sumann wurde 17. und Daniel Mesotisch lief auf den 20. Rang.
Ursprünglich hätte Landertinger den Bewerb wegen einer Rachenentzündung gar nicht in Angriff nehmen wollen. Trotzdem lief er zu seiner besten WM-Platzierung. "Er hat gewusst, dass er nur über das Schießen gewinnen kann", erklärte ÖSV-Direktor Gandler. "Wenn er fit ist, hätte er die Medaille gehabt." Selbst der Titel schien greifbar - der Fehler im abschließenden Stehend-Anschlag, der eine Strafminute bedeutete, war nur minimal daneben. "Ich kann aber nicht einmal unzufrieden sein. Das war vielleicht der beste 20er, den ich je gelaufen bin", meinte Landertinger. "Dabei war es heute vom ersten Schritt an eine Plagerei."
Landertingers Teamkollegen präsentierten sich bereits in guter Laufform für den Staffelbewerb. Christoph Sumann vergab seine Medaillenchance bei viertschnellster Laufzeit mit vier Strafminuten. Der Kärntner Daniel Mesotitsch schoss dreimal daneben und belegte mit 2:28,1 Minuten Rückstand Rang 20. Fritz Pinter beging gleich sechs Fehler und landete auf Rang 50.
(apa/red)
