Wirtschaftsgespräche im Golf-Emirat Katar:
Präsident Fischer auf Besuchstour in Nahost
- Künftig Zusammenarbeit im Gesundheitsbereich
- Für Fischer war Besuch "freundschaftlich und nützlich"
·profil: "Es kann auch das Standesamt sein"
Fischer für Ehevertrag zwischen Homosexuellen

Bundespräsident Heinz Fischer hat zum Abschluss seiner Reise an den Golf die politischen Gespräche mit der Führung des Emirates Katar als "freundschaftlich und nützlich" bezeichnet. Sowohl in Katar als auch zuvor in Kuwait hätten die Emire über die Nahost-Problematik "sehr offen und undogmatisch" gesprochen, so Fischer gegenüber österreichischen Journalisten. Katar und Kuwait seien gleichermaßen an einem Abbau der Spannungen interessiert und hofften in diesem Zusammenhang auch auf eine größere Dialogbereitschaft der neuen US-Regierung.
Der Bundespräsident gewann bei seinen politischen Gesprächen in Doha den Eindruck, dass die Position Katar bezüglich des Iran "abgewogener und vorsichtiger" sei. In Katar werde die Ansicht vertreten, dass Teheran in Sachen Atompolitik nicht von Gesprächen ausgeschlossen werden solle. Angesprochen auf mögliche Verhandlungen mit der radikal-islamischen Hamas im Nahost-Friedensprozess meinte Fischer, Voraussetzung für eine Lösung sei, dass die wichtigsten Faktoren einbezogen werden.
Emir gegen militärische Gewalt
Wenige Stunden nach dem offiziellen Besuch aus Österreich hat sich der syrische Präsident Bashar al-Assad in Doha angesagt, der wie der Iran und die Hamas eine harte Haltung im Nahost-Friedensprozess verfolgt. Es werde noch einige Zeit dauern, bis es in Sachen Nahost zu einer Entkrampfung kommen werde, sagte Fischer. Zur Nahost-Position des Emirs von Katar sagte Fischer, dieser lehne militärische Gewalt ab und trete für Verhandlungen ein. Das Existenzrecht Israels stehe außer Streit, doch müsse man die Realitäten akzeptieren und auch Wahlergebnisse zur Kenntnis nehmen, schilderte der Bundespräsident die Haltung Katars in Anspielung auf die politischen Erfolge der Hamas.
Angesprochen auf die Verwirrung um die zwei arabischen Gipfel, die nach der Militäraktion Israels im Gazastreifen in der Golfregion abgehalten wurden, meinte Fischer, natürlich gebe es Unterschiede in den Positionen der arabischen Staaten, doch man rede miteinander. Ein Diplomat aus der österreichischen Delegation sagte unter Hinweis auf den ägyptischen Botschafter in Doha, die Differenzen seien ausgeräumt. Der Emir von Katar hatte vor dem offiziellen Gipfel der Arabischen Liga im Jänner ein hochrangiges Treffen einberufen, an dem arabische Hardliner teilnahmen, gemäßigtere Staaten wie Ägypten jedoch fernblieben.
Wirtschaftsdelegation kommt
Das zweite große Thema des österreichischen Besuchs in Katar war der Ausbau der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen. Der Emir will noch vor dem Sommer eine hochrangige Wirtschaftsdelegation nach Österreich entsenden, der auch Vertreter des katarischen Investitionsfonds angehören sollen. Sowohl Fischer als auch Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner verwiesen auf das hohe Wirtschaftswachstum Katars und dessen große Gasreserven, die das Emirat zu einem Hoffnungsmarkt für Österreich machen. "Katar ist puncto Ressourcen bestens ausgestattet und sitzt auf großen Gasreserven", so Mitterlehner. Die OMV und der Verbund seien im Sinne einer Diversifizierung in der Energieversorgung an Lieferungen von Flüssiggas aus Katar bemüht. Sehr gute Chancen für Österreich bestehen auch auf dem Sektor Gesundheitstechnik. Fischer setzte sich beim Thema Gas und Spitäler persönlich gegenüber dem Emir für die OMV und die VAMED ein.
(apa/red)
Fall Heidrun Wastl13:58
Die irre BeichteTatverdächtiger Erich W. spricht von Unfall - "Ich habe sie vermutlich getroffen"
Anders Behring Breivik19:11
War er Einzeltäter?Norwegens Polizei ist sicher, dass der Attentäter die Anschläge allein ausgeführt hat
