Gegen Williamson wird Klage vorbereitet:
Holocaust-Leugner droht Justiz-Verfolgung
- LICRA startet Anzeige gegen Traditionalisten-Bischof
- Aufenthaltsort des Untergetauchten weiter unbekannt

·Williamson muss Argentinien verlassen
Holocaust-Leugner ist jetzt untergetaucht
·"Williamson ist ein Terrorist und Idiot"
Henckel-Donnersmarck
über den Holocaust-Eklat
·Pius-Bruderschaft auf
Distanz zu Williamson
Bischof Fellay: "Falsche Aussagen korrigieren"
Dem wegen seiner Leugnung der Shoah weltweit kritisierten und aus Argentinien ausgewiesenen Bischof Richard Williamson von der traditionalistischen Pius-Bruderschaft droht die Verfolgung durch die französische Justiz. Die Internationale Liga gegen Rassismus und Antisemitismus (LICRA) will in den nächsten Tagen in Frankreich Anzeige gegen den 68-jährigen Briten erstatten.
Die Zuständigkeit der dortigen Behörden sei gegeben, sagte LICRA-Anwalt Alain Jakubowicz der regierungsnahen Tageszeitung "Le Figaro". In Frankreich steht die Leugnung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit seit 1990 als spezifischer Tatbestand unter Strafe. Richter können Holocaust-Leugner bis zu einem Jahr ins Gefängnis schicken oder ihnen hohe Bußgelder auferlegen.
Williamson leugnet Gaskammern
Die Annullierung der Exkommunikation von Williamson und drei weiteren 1988 von dem Konzilsgegner Erzbischof Marcel Lefebvre geweihten traditionalistischen Bischöfen - Bernard Fellay, Bernard Tissier de Mallerais und Alfonso de Galaretta - durch Papst Benedikt XVI. im Jänner hatte vielfach Kritik hervorgerufen. Williamson hatte in einem fast zeitgleich ausgestrahlten TV-Interview behauptet, unter der Naziherrschaft seien nicht sechs Millionen Juden, sondern 200.000 bis 300.000 in Konzentrationslagern ums Leben gekommen und keiner von ihnen in Gaskammern.
Bischof weiter untergetaucht
Der Aufenthaltsort von Williamson ist weiterhin unbekannt. Er hatte in den vergangenen Jahren das Priesterseminar La Reja nahe der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires geleitet. Er tauchte unter, nachdem Argentinien offiziell seine Ausweisung innerhalb von zehn Tagen angeordnet hatte. Das Innenministerium in Buenos Aires begründete die Maßnahme damit, dass der Geistliche bei der Einreise vor sechs Jahren falsche Angaben zu seiner geplanten Tätigkeit gemacht habe. "Die Kirche hat damit nichts zu tun. Der argentinische Staat hat seine Gesetze angewandt", betonte der Sekretär der Apostolischen Signatur, Erzbischof Velasio De Paolis, gegenüber der römischen Tageszeitung "La Repubblica". De Paolis stellte klar, dass die Rücknahme der Exkommunikation keinerlei "Rehabilitierung" Williamsons und der anderen lefebvristischen Bischöfe bedeutete.
(apa/red)
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