Clinton setzt ihre Reise durch Asien fort: Außenministerin verspricht mehr Offenheit
- Neue Gesprächskultur der USA mit muslimischer Welt
- Staatsbesuch: Clinton eine Woche in Asien unterwegs
·Clinton im Land der aufgehenden Sonne
USA und Japan wollen künftig Allianz vertiefen
·US-Außenministerin auf 1. Auslandsreise
Japan: Clinton will neue Netzwerke aufbauen
·Neue Töne in der Außenpolitik der USA
Biden bittet um Europas Hilfe bei Guantanamo
·Clinton reicht Feind Nordkorea die Hand
Fordert dafür Einstellung des Atomprogramms

Bei einem Besuch in Indonesiens Hauptstadt Jakarta hat US-Außenministerin Clinton eine neue Offenheit Amerikas gegenüber Ideen aus der muslimischen Welt versprochen. Clinton würdigte die Bemühungen des Inselstaats um Demokratie und Menschenrechte sowie den Kampf gegen den Terrorismus. Außenminister Wirajuda betonte: "Wir haben bewiesen, dass Demokratie, Islam und Modernität vereinbar sind."
Der Besuch Clintons fand unter strengsten Sicherheitsmaßnahmen statt. Knapp 3.000 Polizisten waren im Einsatz. An mehreren Stellen in Jakarta, unter anderem vor der US-Botschaft, kam es zu anti-amerikanischen Protesten. Mindestens fünf Menschen wurden Augenzeugen zufolge festgenommen.
Indonesien ist das bevölkerungsreichste muslimische Land der Erde - rund 190 Millionen seiner 235 Millionen Einwohner bekennen sich zum Islam. Sie gelten überwiegend als gemäßigt, doch infolge der harten Linie des bisherigen US-Präsidenten Bush gegenüber der muslimischen Welt haben sich die Fronten vielerorts verhärtet. Zudem operieren im Lande Terrorgruppen wie Jemaah Islamiyah.
Clinton konnte bei ihrem Werben für bessere Beziehungen zu Jakarta nach Meinung von Beobachtern auf einen Vertrauensvorschuss bauen, den die Indonesier dem Barack Obama entgegenbringen. Der neue US-Präsident lebte als Kind vier Jahre lang in Indonesien. Clinton überbrachte Grüße von Obama und betonte, er habe damals in Jakarta gelernt, dass Menschen unterschiedlicher Herkunft in Harmonie zusammenleben könnten.
Clinton und Wirajuda gaben bekannt, dass künftig Freiwillige der amerikanischen Peace Corps wieder in Indonesien eingesetzt würden. Die vom einstigen US-Präsidenten Kennedy gegründeten Friedenscorps zur Förderung des Verständnisses zwischen den USA und der restlichen Welt waren bereits von 1963 bis 1965 in Indonesien, wurden dann aber wegen Spionagevorwürfen ausgewiesen. Clinton kam aus Japan nach Indonesien. Die nächsten Stationen ihrer Asienreise sind Südkorea und China. (apa/red)
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