Dienstag, 17. Februar 2009

Italiens Oppositionschef nimmt den Hut: Veltroni geht nach Wahl-Pleite auf Sardinien

  • "Ich bin ein Problem für die Partei geworden"
  • War zuletzt intern arg unter Beschuss geraten

Der italienische Oppositionschef Walter Veltroni ist zurückgetreten. Obwohl das Parteigremium ihn zum Verbleib aufgefordert hatte, reichte Veltroni seine Demission ein. Er zog somit die Konsequenzen aus der schweren Niederlage seiner Mitte-links-Partei PD (Demokratische Partei) bei den Regionalwahlen auf Sardinien.

Der PD-Kandidat und scheidende Präsident der Insel, Renato Soru, hatte eine schwere Niederlage hinnehmen müssen. Als Wahlsieger setzte sich der von Regierungschef Silvio Berlusconi unterstützte Kandidat, Ugo Cappellacci, durch.

"Problem für die Partei"
"Ich bin ein Problem für die Partei geworden. Es ist besser, wenn ich gehe", sagte Veltroni, der in den vergangenen Monaten intern arg unter Beschuss geraten ist. Nach der Gründung der PD, die im Jänner 2008 aus der Demokratischen Linken und der Zentrumsbewegung Margherita entstanden war, hatte die PD eine schwere Niederlage bei den Parlamentswahlen erlitten, die Berlusconi gewonnen hatte. Das Ansehen der stärksten Oppositionspartei war zuletzt wegen der Verwicklung von PD-Lokalpolitikern in Korruptionsskandale schwer angekratzt worden.

Auch bei den Regionalwahlen in der mittelitalienischen Region Abruzzen hatte die PD kürzlich eine schwere Niederlage hinnehmen müssen. Veltroni wird beschuldigt, wenig Charisma zu haben. Seine Partei verliert laut Umfragen an Stimmen zugunsten der aggressiveren Oppositionskraft "Italien der Werte", um den Ex-Starstaatswanwalt Antonio Di Pietro, der eine scharfe Kampagne gegen Berlusconi führt.

(apa/red)

17.2.2009 17:40