Ein Jahr Unabhängigkeit: Im Kosovo haben landesweit die Feierlichkeiten begonnen
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Mit einer Parlamentssitzung haben in der kosovarischen Hauptstadt Pristina die Feierlichkeiten zum ersten Jahrestag der Unabhängigkeitsausrufung begonnen. Fortgesetzt wurden die Feierlichkeiten mit landesweiten Märschen unter dem Motto "Gang in die Unabhängigkeit".
Im Parlament hielten Präsident Fatmir Sejdiu, Premier Hashim Thaci und Parlamentspräsident Jakup Krasniqi Reden. Geladen waren auch Mitglieder des diplomatische Korps. Zehn serbische Abgeordnete, die im Vorjahr die Unabhängigkeitsausrufung im Parlament boykottiert hatten, blieben auch der Sitzung ein Jahr danach fern.
"Hier liegen die Wurzeln der Freiheit", erklärte Krasniqi in der südwestlich der Hauptstadt gelegenen Ortschaft Prekaz (Prekaze) am Grab von Adem Jashari, dem Gründer der albanischen "Befreiungsarmee des Kosovo" (UCK). Jashari und rund 40 Mitkämpfer und Familienangehörige waren im Frühjahr 1998 in den Kämpfen mit serbischen Sicherheitskräften ums Leben gekommen. Premier Thaci wie auch zahlreiche andere kosovarische Spitzenpolitiker kämpften während des Kosovo-Krieges (1998-99) in den Reihen der UCK.
Stimmung ist euphorisch
In Pristina herrschte eine ähnlich euphorische Stimmung wie im Vorjahr. Die zum Parlament führende Straße wurde bereits in den Morgenstunden für den Verkehr gesperrt. In der Stadt wehten überall die offizielle blaue-gelbe Kosovo-Flagge sowie die traditionelle albanische rote Fahne mit dem schwarzen Doppeladler. Auch Fahnen jener 54 Staaten, die das junge Land bisher anerkannt haben, waren gehisst.
Die politische und wirtschaftliche Elite des Kosovo wird sich bei einem Philharmoniekonzert versammeln. Eine Stunde später beginnt auf dem Mutter-Teresa-Platz im Zentrum von Pristina ein Rockkonzert, bei dem auch die rumänische Rockgruppe Morando und der japanische DJ Satoshi Tomiie auftreten.
Feuerwerke
Zum Abschluss der Feierlichkeiten sind in Pristina und anderswo im Kosovo auch noch Feuerwerke abgehalten worden. Die Regierung hat die landesweiten Feierlichkeiten mit 150.000 Euro finanziert, die Stadtbehörden von Pristina mit weiteren 10.000 Euro. Die kosovarische Polizei hatte die Sicherheitsmaßnahme, namentlich in allen serbischen Enklaven, erhöht, wenngleich nach Worten des Polizeisprechers Arben Beka mit keinen Zwischenfällen gerechnet würde.
In der ethnisch geteilten Stadt Mitrovica versammelten sich kosovarische Serben bei einer Sitzung ihres Parallelparlamentes, zu der nach Belgrad auch oppositionelle Abgeordnete aus Serbien angereist sind. In Zvecan, einer der serbischen Gemeinden im Nord-Kosovo, wurde im Beisein des serbischen Kosovo-Ministers Goran Bogdanovicvon auch eine Sitzung des serbischen Parlamentsausschusses zum Kosovo abgehalten.
Man wolle der Welt zeigen, dass der Kosovo ein Bestandteil Serbiens sei, sagte Marko Jaksic, einer der führenden serbischen Politiker in Mitrovica. Die serbische Staats- und Regierungsspitze ließ sich jedoch nicht in Mitrovica blicken. "Für uns ist der Tag der Unabhängigkeiten nicht passiert. Wir sind ein Teil der Republik Serbien. Daran wird sich nichts ändern", meinte Oliver Ivanovic, der Staatssekretär im serbischen Kosovo-Ministerium, am Vorabend der Feierlichkeiten.
(apa/red)
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