Donnerstag, 19. Februar 2009

Clinton im Land der aufgehenden Sonne: USA und Japan wollen ihre Allianz vertiefen

  • Premier Aso soll bald Gegenbesuch in USA antreten
  • "Balance und Harmonie" als Basis der foreign affairs

Die USA und Japan wollen ihre Allianz als Sicherheitspartner weiter festigen. Die Allianz sei ein "Eckpfeiler der Außenpolitik" ihrer Regierung, sagte US-Außenministerin Hillary Clinton nach einem Treffen mit ihrem japanischen Amtskollegen Hirofumi Nakasone in Tokio. Japans Regierungschef Taro Aso werde am 24. Februar als erster ausländischer Führer einer Einladung von US-Präsident Barack Obama ins Weiße Haus folgen. Clinton war am Vortag zum Auftakt ihrer ersten Auslandsreise als Außenministerin in Japan eingetroffen.

Die Weltwirtschaftskrise erfordere eine "koordinierte globale Antwort", sagte Clinton. Die USA und Japan als die beiden größten Volkswirtschaften der Welt seien sich ihrer Verantwortung bewusst. Noch während der gemeinsamen Pressekonferenz der beiden Außenminister traf die Nachricht vom Rücktritt des japanischen Finanzministers Shoichi Nakagawa ein. Er hatte nach dem G7-Finanzministertreffen in Rom vor der Presse einen betrunkenen Eindruck gemacht und war dafür im eigenen Land schwer in die Kritik geraten.

Der Vorfall kommt für den japanischen Regierungschef Taro Aso, den Clinton ebenfalls am Dienstag treffen wollte, zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Seine Zustimmungswerte sind drastisch in den Keller gesackt. Seine regierende liberaldemokratische-Partei LDP muss bei den spätestens im September stattfindenden Unterhauswahlen befürchten, dass sie von den oppositionellen Demokraten von der Macht gedrängt werden. Clinton wollte auf eigenen Wunsch auch Oppositionsführer Ichiro Ozawa treffen, dessen Demokratische Partei laut Umfragen die in diesem Jahr anstehende Parlamentswahl gewinnen wird.

Japan ist für Washington seit einem halben Jahrhundert der engste Verbündete in Asien. Clinton lobte nach dem Treffen mit ihrem Amtskollegen Nakasone Japans Beitrag bei der logistischen Unterstützung und dem Wiederaufbau in Afghanistan. Clinton reist am Mittwoch im Anschluss an den Japanbesuch weiter nach Indonesien, Südkorea und China. Die US-Außenministerin signalisiert mit der ihrer ersten Auslandsreise die wachsende Bedeutung, die Asien in den Augen der USA hat. Bisher hatten US-Chefdiplomaten ihre Antrittsbesuche traditionell in Europa oder dem Nahen Osten absolviert.

(apa/red)

19.2.2009 23:10