Japans Finanzminister tritt zurück: Zieht Konsequenzen nach peinlichem G7-Auftritt
- Shoichi Nakagawa will nicht betrunken gewesen sein
- Durch Einnahme eines Erkältungsmittels "benebelt"
Der japanische Finanzminister Nakagawa hat nach seinem peinlichen und lallenden Auftritt beim G-7-Treffen in Rom seinen Rücktritt angekündigt. Mitten in der schwersten Wirtschaftskrise seines Landes seit 1945 beugte er sich damit scharfer Kritik nach seinem Auftritt beim Finanzministertreffen in der italienischen Hauptstadt. Nakagawa hatte bei einer Pressekonferenz einen betrunkenen Eindruck gemacht.
Er sei sehr müde gewesen und habe zu viel Medizin gegen eine Erkältung eingenommen, rechtfertigte sich Nakagawa. An einem Glas Wein habe er nur genippt. Bei der Pressekonferenz waren dem 55-Jährigen immer wieder die Augen zugefallen, er hatte offensichtlich Schwierigkeiten, Sätze zu bilden und zum richtigen Zeitpunkt zu antworten. In politischen Kreisen ist Nakagawa bekannt dafür, gern zu trinken. Der Vorfall ist ein weiterer Schlag für den ohnehin unter starkem Druck stehenden Ministerpräsidenten Aso.
Nakagawa will erst nach der für März oder April erwarteten Verabschiedung des Staatsbudgets für das neue Fiskaljahr ausscheiden. Aso habe ihn aufgefordert, bis dahin sein Bestes zu geben. Die Opposition fordert jedoch seinen sofortigen Rücktritt und erwägt einen Misstrauensantrag gegen den Minister.
Schwere Wirtschaftskrise in Japan
Die japanische Wirtschaft steckt in der schlimmsten Rezession seit Kriegsende. Das Bruttoinlandsprodukt der zweitgrößten Wirtschaftsnation der Welt war im Schlussquartal 2008 angesichts eines beispiellosen Exporteinbruchs auf das Jahr gerechnet um 12,7 Prozent so stark geschrumpft wie seit der Ölkrise vor 35 Jahren nicht mehr. Damit rutschte das stark von seinen Exporten abhängige Japan noch tiefer in die Rezession als europäische Länder oder die USA.
(apa/red)
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