Republik Kosovo feiert ersten Geburtstag: Über triste An- und Aussichten im Jungstaat
- Vor einem Jahr wurde Unabhängigkeit ausgerufen
- "Armenhaus Europas": Arbeitslosenrate bei 40 %
PLUS: Wie ist Ihre Meinung zur Situation im Kosovo?

·Gratulation! Kosovo feiert ersten Jahrestag
Bisher von 54 der 192 UNO-Mitglieder anerkannt
·Für Belgrad bleibt Kosovo eine Provinz
Unabhängigkeitstag von Serbien gekonnt ignoriert
·GRAFIK: Jahrelanger
Kampf um "Freiheit"
KLICKEN: Alle Infos zum neuen "Staat" Kosovo
·Von Amselfeld bis zur Staatswerdung
Kosovo-Chronologie von über sechs Jahrhunderten
·Ziel und Aufgaben der EULEX-Mission
Größter ziviler Einsatz in der Geschichte der EU
Also kam es, wie es kommen musste. Schon längst war klar, dass sich die ehemalige serbische Provinz Kosovo auf ihren Weg in die Unabhängigkeit nicht aufhalten lassen würde. Das kleine Völkchen im Herzen des Balkans wurde einfach schon zu oft vertröstet. Am ersten Geburtstag des Jungstaates, stellten sich die Fragen: Wohin hat ihr Weg sie gebracht und wohin sollte er noch führen?
Die Zahlen sind erdrückend: Die Arbeitslosenrate liegt bei rund 40 Prozent und keine Besserung ist in Sicht. Im Kosovo zählt man die jüngste Gesellschaft Europas und alle drängen sie auf den Arbeitsmarkt. Ein Lehrer muss mit 300 Euro im Monat sein Auskommen finden und junge Juristen und Wirtschaftswissenschaftler stehen auf der Straße. Das Pulverfass Kosovo hat ein neues Gesicht bekommen. Die Explosivität liegt nun nicht mehr im Politischen, sondern im Frust, der sich aus einer mehr als desolaten Wirtschaftssituation ergibt. So gesehen hat sich die Lage in ihrer Dramatik im Vergleich zu jener vor dem 17. Februar 2008 wenig geändert.
Desolate Wirtschaftssituation
Auch vor der Ausrufung der Republik Kosovo war man mit desolaten Wirtschaftsdaten konfrontiert. Das große Wirtschaftswunder blieb auch nach der Unabhängigkeitserklärung aus. Politisch haben erst bescheidene 54 Staaten den Kosovo als Staat anerkannt. Diplomatischer Druck von Seiten Serbiens und Russlands tragen nicht zu einer Beschleunigung dieses Prozesses bei.
Auch wenn An- und Aussichten auf den ersten Blick trist und pessimistisch wirken, stellt sich dennoch nicht die Frage, ob der Weg in die Unabhängigkeit richtig oder falsch war. Lange Zeit schien jegliches Weiterkommen im Kosovo von der Statusfrage abhängig zu sein. Nun gibt es für politische Eliten im Kosovo keine Ausreden mehr. Jetzt gilt es ganz andere Probleme zu lösen.
(red)
Fall Heidrun Wastl13:58
Die irre BeichteTatverdächtiger Erich W. spricht von Unfall - "Ich habe sie vermutlich getroffen"
Anders Behring Breivik19:11
War er Einzeltäter?Norwegens Polizei ist sicher, dass der Attentäter die Anschläge allein ausgeführt hat
