Montag, 16. Februar 2009

Susanne von Almassy ist tot: Legendäre Kammerschauspielerin wurde 92 Jahre alt

  • War Ehrendoyenne des Theaters in der Josefstadt
  • Künstlerin mit zahlreichen Auszeichnungen bedacht

Über sechs Jahrzehnte stand die gebürtige Wiener Schauspielerin Susanne von Almassy auf der Bühne aller wichtigen Häuser in Österreich, der Schweiz und Deutschland. Sie spielte in über 100 Stücken, unternahm schauspielerische Ausflüge in die Sparte Musical und trat in etwa 20 Filmen wie auch ebenso vielen TV-Produktionen u.a. an der Seite von O.W. Fischer, Curd Jürgens und Hans Moser auf. Nun verstarb die Ehrendoyenne des Theaters in der Josefstadt 92-jährig in der Bundeshauptstadt.

Von Almassy, geboren am 15. Juni 1916 als Tochter eines Offiziers in Wien, besuchte die Rezitations- und Schauspielklasse der Staatsakademie für Musik und darstellende Kunst in Wien. Nach ihrer Schauspielprüfung 1938 folgten erste Engagements in Deutschland, u.a. in Gera, Chemnitz und dem Hamburger Schauspielhaus. Während des Krieges drehte sie Filme in Berlin. Mit Hans Söhnker und Hertha Feiler stand sie 1943 für "Der Engel mit dem Saitenspiel" vor der Kamera. 1946 kehrte die Künstlerin in die österreichische Hauptstadt zurück und spielte hier an den Kammerspielen ("Intimitäten" von Noel Coward), am Volkstheater, Burgtheater, Theater an der Wien und an der Josefstadt.

Neben zahlreichen Verpflichtungen im Ausland (u.a. Hamburg, München, Basel, Zürich) hielt von Almassy vor allem der "Josefstadt" die Treue, die sie 1994 zum Ehrenmitglied ernannt hat. Auf der Theaterbühne spielte sie u.a. in Schnitzlers "Der einsame Weg", Molnars "Der Schwan" und Shaffers "Laura und Lotte" und Autoren wie Noel Coward, Eugene Scribe, Anton Tschechow, William Shakespeare und G.E.Lessing. Zuletzt war sie in den Kammerspielen 1998 in "Zwei ahnungslose Engel" und in der Josefstadt 1999 in Kurt Heintels Jubiläumsmatinee zu sehen und wirkte nochmals im Jahr 2001 in Elfriede Otts "Der Komödie zweiter Teil" mit.

"Wien verliert eine große Persönlichkeit des Theaters", reagierte Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (S) auf den Tod der mehrfach ausgezeichneten Schauspielerin. "Am Theater an der Wien hat sie als Ehefrau des damaligen Direktors Rolf Kutschera die Pionierzeit des Musicals miterlebt und mitgestaltet. In Filmen wie 'Der Herr Kanzleirat' hat sie an der Seite von Hans Moser auch den österreichischen Film der Nachkriegszeit mitgeprägt", so Mailath-Pokorny.

Die Schauspielerin wurde mit zahlreichen Auszeichnungen bedacht, u.a. 1970 mit der Kainz-Medaille, 1988 mit dem Goldenen Ehrenzeichen des Landes Wien und 1999 mit dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse

(apa/red)

16.2.2009 14:21

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