Von "mimosenhaft" bis zu "verzweifelt": Burgstallers Rücktritts-Drohung kritisiert
- Bissige Kommentare ihrer Partei-Konkurrenten
- Landeshauptfrau kündigte Rücktritt bei Platz zwei an

·Platz zwei und Gabi Burgstaller hört auf
Würde bei Wahlniederlage
einen Schlussstrich ziehen
·Salzburg-Wahl: Wen würden Sie wählen?
UMFRAGE: Fünf Parteien treten für Landtag an
·Landtagswahlen in Salzburg seit 1945
GRAFIK: Wie schnitten
die Parteien bisher ab?
·Landeshauptleute seit 1945 in Salzburg
GRAFIK: Schausberger, Lechner, Burgstaller & Co
Kopfschütteln und Schmunzeln haben die Androhungen von LH Gabi Burgstaller (S) und Landesparteiobmann Karl Schnell (F), bei Verfehlen des Wahlziels zurückzutreten, bei den Spitzenkandidaten der anderen Parteien für die Salzburger Landtagswahl am 1. März hervorgerufen. Von "lächerlich" über "mimosenhaft" bis "nicht ernst zu nehmen" reichten die Kommentare von LHStv. Wilfried Haslauer (V), LAbg. Cyriak Schwaighofer (Grüne) und Markus Fauland (B).
Den Anfang machte Schnell am 10. Februar, als er in einer Pressekonferenz den Rücktritt ankündigte, sollte er sein Wahlziel von 15 Prozent klar verfehlen - und meinte, er sei "kein Sesselkleber". Kurz darauf deponierte Burgstaller im ORF-"Mittagsjournal", sie werde im Fall einer Niederlage bei der Landtagswahl ebenfalls ihre Funktion zurücklegen. Als Zweite werde sie nicht zur Verfügung stehen.
"Politische Überheblichkeit"
Für Haslauer ist es "politische Überheblichkeit, wenn man sich mit dem zweiten Platz nicht zufriedengibt und sich zu schade ist, als Nummer 2 zu arbeiten". Man habe als Politiker eine dienende und nicht darstellende Funktion, betonte der ÖVP-Landesparteiobmann zu Burgstallers Rücktrittsdrohung.
Und Schnell werde sich bei 13 Prozent auch nicht - wie in einer Pressekonferenz gesagt - die Pulsadern aufschneiden. Allerdings mache er sich erhebliche Sorgen, dass der FP-Frontmann eine Verzweiflungstat begehen und seine Drohnung wahrmachen könnte, sollte er unter 13 Prozent fallen - "aber er tritt auch dann nicht zurück". Denn da würde sich Schnell, der Arzt ist, wohl vorher rechtzeitig selbst versorgen, meinte Haslauer. Für den ÖVP-Politiker selbst steht ein Rücktritt derzeit nicht zur Diskussion, da er nicht davon ausgeht, dass die ÖVP ein derartig schlechtes Ergebnis einfährt, dass ein solcher Schritt notwendig ist.
Als ehemaliger Sporttrainer habe er die Erfahrung gemacht, dass man sich "vor einem Spiel nie über eine Niederlage Gedanken machen sollte, sonst hat man schon verloren". Von den Rücktritts-Androhungen von Burgstaller und Schnell "zur verzweifelten Wählermobilisierung" halte er nicht viel, sagte Schwaighofer zur APA.
Als vollkommen "lächerlich" bezeichnete Fauland die Rücktrittsandrohungen der Landeshauptfrau und des FP-Spitzenkandidaten. "Schnell hat das schon öfters gesagt und man weiß, was davon zu halten ist" und "Burgstaller benimmt sich mimosenhaft. Sie hat auch weiterhin den Auftrag, aktiv tätig zu sein." Er selbst denke über einen Rücktritt nicht nach, "denn diese Frage stellt sich für mich nicht. Wir stehen bei Null", aber er sei vom Einzug in den Landtag überzeugt. Außerdem nehme er die Wählerentscheidung zur Kenntnis und "sei nicht beleidigt", so der BZÖ-Spitzenkandidat.
(apa/red)
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