'Leutnant Sparefroh' führt Heer in den Ruin:
Kasernen teilweise in 'desaströsem Zustand'
- Kohlenheizung, Schimmel, veralterte Sanitärräume
- Offiziersgesellschaft: Eine Milliarde für Sanierung
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·BILDER: So trist ist
es in den Kasernen
Zustände beim Heer sind
bereits 'lebensbedrohlich'

Die Kasernen des österreichischen Bundesheers sind teilweise in einem desaströsem Zustand. Beim Bundesheer spricht man von "teilweise lebensbedrohlichen" Bauzuständen. Das Problem ist nicht neu, sondern das Ergebnis notorischen Geldmangels. In Summe soll zur Sanierung und Neubau der notwendigen Infrastruktur eine Milliarde Euro fehlen, das entspricht der Hälfte des jährlichen Heeres-Budgets.
Die baulichen Probleme sind zahlreich, von verschimmelten Räumen über kaputte Fenster und Tore bis hin zu veralteten Küchen und Sanitärräumen. Nicht mehr zeitgemäß sind auch Heizungen, was nicht zuletzt auch mit unnötiger Energieverschwendung verbunden ist. Bei manchen Gebäuden ist der desolate Zustand mit freiem Auge von außen zu erkennen, wenn etwa der Außenputz fehlt. Zusätzlich mangelt es auch an Sporthallen, Freizeiträumen, Ausbildungshallen und Garagen, so dass teures Gerät im Freien stehen und verrosten muss.
Der Präsident der Offiziersgesellschaft, Eduard Paulus, warnt sogar vor "teilweise lebensbedrohlichen" Bauzuständen. Die ÖOG fordert daher für die nächsten vier Jahre ein jährliches Zusatzbudget von je 250 Mio. Euro, um die Heeres-Gebäude wieder auf Vordermann zu bringen.
"Bauliche Schande der Nation"
Paulus spricht wörtlich von einer "baulichen Schande der Nation mit Dritte-Welt-Substandard". Präsenzdiener seien zum Teil "schlechter untergebracht als Gefängnisinsassen und Asylwerber". Als Beispiel nennt er die "Vega-Payer-Weyprecht"-Kaserne in Wien, ein um 1900 errichtetes, denkmalgeschütztes Gebäude, das heute verfalle.
Zu den zwölf derzeitigen Problem-Kasernen zählen neben der Vega-Payer-Weyprecht" Kaserne auch die "Maria Theresien" und die Kaserne in der Schwenkgasse in Wien, die "Burstyn" Kaserne in Niederösterreich, die "Montecuccoli" Kaserne in Güssing, die "Gablenz" Kaserne in Graz, die "Von der Groeben" Kaserne in Feldbach und die "Schwarzenberg" Kaserne in Salzburg.
Darabos verweist auf Investitionsprogramm
Verteidigungsminister Darabos hat in Reaktion auf die Kritik der Offiziersgesellschaft auf ein im Jahr 2007 gestartetes Kasernen-Investitionsprogramm verwiesen. Seit damals seien insgesamt 230 Mio. Euro in die Modernisierung und in den Neubau der Bundesheer-Gebäude investiert worden. Darabos betont, auch weiterhin investieren zu wollen.
(apa/red)
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