Schönborn im Fadenkreuz rechter Kritik:
Stadler will keinen Weichspül-Katholizismus
- NEWS: BZÖ-Politiker greift Schönborn scharf an
- "Kardinal sollte sich Beispiel an Wagner nehmen!"

·Kirchenkrise: "Keine
Sieger und Verlierer"
Linzer Bischof Schwarz sieht diese als Neuanfang
·Wichtigste Passagen des Hirtenbriefes
Sieben Punkte verfasst:
"Fehler in der Kirche"
·"Ich finde das eine unglaubliche Sauerei"
Heimatgemeinde erbost über Wagners Rückzieher
Der ebenso beachtliche wie kirchenintern schier sensationelle Kraftakt von Christoph Kardinal Schönborn, dem Vatikan in Sachen Linzer Weihbischof derart die Stirn zu bieten, hat dem Wiener Erzbischof viel Respekt verschafft.
Allerdings: Die viel bejubelte neue Ruhe ist womöglich nur eine kurzfristige. Österreichs konservative Katholiken angeführt von BZÖ-Nationalrat Ewald Stadler rüsten zum Gegensturm: Einerseits klagen sie den "unfassbaren" Ungehorsam von Österreichs Episkopat gegenüber dem Papst an. Andererseits wollen sie der Amtskirche nun pekuniär ans Leder. "Weg mit dem verpflichtenden Kirchenbeitrag!", so die politische Initiative Stadlers gegen Schönborn und Co.
Rebellion wider Rom
Noch ehe der Kardinal Montag früh die Bischöfe zur Krisensitzung begrüßte, hatte er einen Brief von Stadler auf dem Tisch: "Es ist römisch-katholischen Gläubigen nicht mehr zumutbar, die bischöflich tolerierte und teilweise sogar noch unterstützte Rebellion des kirchlichen Funktionärsapparates gegen den Heiligen Vater weiter zu finanzieren." Im Klartext: Das BZÖ will via Nationalrat rasch Beschlüsse zur Abschaffung des Zwangs-Kirchenbeitrags herbeiführen. Stadler an die Bischöfe: "Das haben Sie alle mit Ihrem teilweise kläglichen Erscheinungsbild selbst herbeigeführt."
Im "Fall Wagner" sei der heimische Episkopat unverhohlen gegen den Vatikan aufgetreten. Der Hirtenbrief sei nichts anderes als der Primat der Regionalkirche über den Primat des Papstes. "Das ist unerträglich und im Grund auch unkatholisch!" Dazu komme, dass der kirchliche Funktionärsapparat ohnehin nur vom Kirchenbeitrag lebe. Tatsächlich aber sehe es in diesem Apparat düster-erbärmlich aus, weil der Kirchenbesuch in Österreich "zum Genieren" sei, im Gegensatz zur Pfarre Windischgarsten. Stadler: "Wie man eine Gemeinde führt, da müsste Schönborn in Wahrheit bei Pfarrer Wagner in die Lehre gehen! Nein, diese verlogene Fassade muss weg, diese hemmungslose Anbiederung an den Zeitgeist, dieser Weichspül-Katholizismus der Marke Schönborn."
Die Regie
Beim Wagner-Rücktritt habe der Kardinal die Fäden gezogen, wettern die Konservativen empört. Denn der Papst habe bis Montagmittag von dieser Vorgangsweise nichts gewusst. Stadler: "Benedikt XVI. wollte Wagner. Ihn allein. Das weiß ich ganz genau. Das ist unglaublich!"
Mehr dazu lesen Sie im aktuellen NEWS 08/2009.
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