Mittwoch, 18. Februar 2009

Der Paukenschlag des Erwin Pröll: Landes-
räte Gabmann und Plank blitzartig abgelöst

  • Regierungsumbildung in NÖ wirft viele Fragen auf
  • Eine Analyse von NEWS Senior Editor Hubert Wachter

Die Ablöse der Landesräte Ernest Gabmann (Wirtschaft, Wirtschaftsbund) und Josef Plank (Agrar, Bauernbund) kam blitzartig. Sie wurde, so zumindest erklärte es Landeshauptmann Erwin Pröll, durch den überraschenden Rückzug eines Managers am Flughafen Wien Schwechat ausgelöst. Erstaunlich, dass der freiwillige Rücktritt von Flughafen-Vorstand Christian Domany so kräftig in ein politisches Räderwerk eingreifen kann.

Erwin Pröll zeigte einmal mehr massives Leadership, mit größter politischer Marketing-Kenntnis: Die Nachfolger seiner zwei Landesräte will er erst am Wochenende bekannt geben. Just daran knüpfen sich derzeit in NÖ wilde Spekulationen:
Wer wird Agrar-Landesrat? Wer wird Wirtschafts-Landesrat? Und vor allem: Wer wird Prölls Stellvertreter als Landeshauptmann?

Letztere Frage bekomme besonderes Gewicht, weil Erwin Prölls allfällige Hofburg-Kandidatur als nächster Bundespräsident nach Heinz Fischer nach wie vor nicht vom Tisch ist. Die ÖVP-interne Regie könnte so funktionieren:
Dem ÖAAB NÖ ist seit Prölls Sensations-Wahlsieg 2008 mit 54 % der Landeshauptmann-Stellvertreter versprochen. Vermutlich kommen dafür nur Finanzlandesrat Wolfgang Sobotka oder Soziallandesrätin Johanna Mikl-Leitner in Frage. Letztere vor allem deswegen, weil Prölls politisches Mega-Thema lautet, NÖ zur sozialen Modellregion Europas zu machen.

Besetzt der ÖAAB tatsächlich die Funktion des Pröll-Vize, so ist klar, dass der Landeshauptmann weiterhin in Bauernbund-Hand bleibt. Daher wird es interessant, wen der Bauernbund als Plank-Nachfolge in die Pröll-Regierung schickt. (Bereits im Gespräch ist der Kabinettschef von Vizekanzler Josef Pröll, Stefan Pernkopf.)
Denn dieser hat den Marschall-Stab für eine eventuelle Pröll-Nachfolge im Tornister, sollte Erwin Pröll tatsächlich 2010 als neuer Bundespräsident in die Wiener Hofburg gewählt werden.

Spannende Tage stehen dem politischen NÖ daher bevor.

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18.2.2009 14:56