Mittwoch, 18. Februar 2009

Stühlerücken im Flughafen-Vorstand:
Domany scheidet als Finanzvorstand aus

  • Prölls Stellvertreter Gabmann folgt ihm jetzt nach
  • Private Gründe für Entscheidung ausschlaggebend

Das Ausscheiden von Christian Domany aus dem Vorstand der Flughafen Wien AG führt zu einer Umbildung in der NÖ Landesregierung. Der langjährige Pröll-Stellvertreter Wirtschaftslandesrat Ernest Gabmann wird zum Airport wechseln. Gleichzeitig wird Landesrat Josef Plank auf eigenen Wunsch aus der Politik ausscheiden und - ebenfalls - in die Wirtschaft zurückkehren.

Pröll verwies auf eine persönliche Entscheidung Domanys, die zu "raschem Handeln" veranlasst habe. Gabmann, der in zwei Monaten 60 Jahre alt wird, erfülle das Anforderungsprofil als Flughafen-Vorstand. Er ist seit 21. Dezember 2004 Landeshauptmann-Stellvertreter. Der Landesregierung gehört Gabmann seit 22. Oktober 1992 an. Das ist der Tag, seit dem Pröll auch Landeshauptmann ist. Der frühere AMA-Vorstand Plank wurde am 29. Juni 2000 als Landesrat in Niederösterreich gewählt und angelobt.

Die Nachfolge Gabmanns und Planks ist vorerst noch nicht geregelt. Er werde ein neues Regierungsteam zusammenstellen, "das Kontinuität garantiert", kündigte Pröll an. Er habe vor, "noch in dieser Woche, spätestens am Wochenende, die notwendigen personellen Entscheidungen zu treffen und bekanntzugeben". Die neuen Mitglieder sollen in der Sitzung des NÖ Landtags kommender Woche gewählt und angelobt werden.

SPÖ wittert Pröll-Kritik
Dankesworte an Gabmann und Landesrat Josef Plank anlässlich deren Ausscheiden aus der NÖ Landesregierung hat SPNÖ-Chef LHStv. Sepp Leitner gerichtet. Vor allem der Abschied von Plank habe ihn "überrascht", so Leitner. Es könne nun ein "Meilenstein" gesetzt werden, die Zusammenarbeit zwischen ÖVP und SPÖ in Niederösterreich zu überdenken. "Wir reichen die Hände, einen Neustart zu erzielen", so Leitner.

"Interne Kritik am Führungsstil" von Landeshauptmann Erwin Pröll ortete SPNÖ-Landesgeschäftsführer Günter Steindl. "Vor allem bei Plank habe ich den Eindruck, dass er nicht mehr bereit war, den Weg von Pröll, Karner und Co. mitzugehen, der sich vor allem durch persönliche Untergriffe und Beleidigungen, aber nicht durch die Bereitschaft zu konstruktivem Zusammenwirken auszeichnet".

FPÖ ätzt
Wenig Bedauern über den Abschied Gabmanns gab es von der FPNÖ: "Gut" für Niederösterreich, "schlecht" für den Flughafen, so FPNÖ-Klubobmann Gottfried Waldhäusl. "Wenn ich an dessen unglücksselige Amtszeit zurückdenke, verbinde ich diese mit unzähligen Fällen von Förderskandalen, und diffusen Wirtschaftsmaßnahmen, die den Niederösterreichern sehr viel unnötiges Geld gekostet haben", so Waldhäusl. "Jetzt, wo in Zeiten größter wirtschaftlicher Not gerade auf sein Ressort viel Arbeit zukommt flüchtet er sich in einen wohldotierten Versorgungsposten der ÖVP". Schade fand Waldhäusl das Ausscheiden von Plank: Er "war immer um politischen Dialog bemüht". Der FPNÖ-Klubobmann ortete, dass Plank "mit seiner wohlwollenden Art nicht in die ansonsten eher ruppige ÖVP-Mannschaft" gepasst habe.

Keine positiven Worte für Gabmann kamen auch von den NÖ Grünen. Er habe "sich in Niederösterreich durch Informations- und Gesprächsverweigerung" ausgezeichnet, "es ist zu befürchten, dass er diese Eigenschaften in seiner Position beibehalten wird", so Thomas Huber, Landesgeschäftsführer der NÖ Grünen. "Vertrauensleute der ÖVP werden unabhängig von Qualifikationen von einer Position in die andere verschoben", kritisierte Huber. Anders klangen die Worte für Plank: "Einer der wenigen Politiker der VPNÖ, der auf Zusammenarbeit gesetzt hat und die Probleme, vor allem im Umweltbereich erkannt hat, verlässt die NÖ Landesregierung", so Madeleine Petrovic, Klubobfrau der NÖ Grünen. Sie wünschte Plank alles Gute für die Zukunft.

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(apa/red)

18.2.2009 13:33