Dienstag, 17. Februar 2009

Fall Mike B.: Empörung über Polizei-
Aussagen wegen Misshandlungsvorwurf

  • Äußerung über Mitwirkungspflicht sorgt für Aufregung
  • Gewalteinsatz: Lehrer mit Drogendealer verwechselt

Im Fall der neuen Misshandlungsvorwürfe gegen die Wiener Exekutive gehen die Wogen hoch. Polizisten hatten den US-Staatsbürger Mike B., Sport- und Englischlehrer an der Vienna International School, mit einem Drogendealer verwechselt. Für Empörung sorgten nun die Äußerungen der Polizei bezüglich der Mitwirkungspflicht von Verwechslungsopfern an der Klärung des Sachverhalts.

Dies sei "mehr als zynisch", kritisierte der Anti-Rassismus-Verein ZARA. "Das ist ja haarsträubend!", meinte der Anwalt des Verletzten, Alexander Hofmann. Die vom Vorwurf betroffenen Polizisten sind nach wie vor im Dienst. Die Behörde hatte angemerkt, dass "durch Einhaltung der Mitwirkungspflichten seitens der Betroffenen an der Klärung des Sachverhalts ein derartiger Irrtum rasch geklärt werden kann".

"Auf ihn gestürzt und auf ihn eingeprügelt"
"Wie hätte mein Mandant auf die Verwechslung hinweisen sollen, nachdem man sich auf ihn gestürzt und auf ihn eingeprügelt hatte, ohne dass er wusste, dass es sich um eine Amtshandlung der Polizei handelte?", fragte sich Hofmann. Die Formulierung von Landespolizeikommandant Karl Mahrer, es müsse nun geklärt werden, "warum Gewalt eingesetzt wurde", stelle darüber hinaus einen Versuch dar, Mike B. einen Teil der Schuld zuzuschieben, meinte der Verein ZARA.

Die Beamten hätten bei ihrem Einsatz erst nachdem die Lebensgefährtin des Lehrers drohte den Polizeinotruf zu wählen, ihre Dienstmarken vorgewiesen, erläuterte der Anwalt. Laut ZARA sei es eine grobe Verletzung von Menschenrechtsstandards, sollten die Beamten sich tatsächlich nicht als Polizisten zu erkennen gegeben und Michael B. nicht über den Zweck der Amtshandlung informiert haben. Der Verteidiger des US-Lehrers wirft den Beamten neben einer Verletzung interner Richtlinien Körperverletzung und Amtsmissbrauch vor.

Beamte weiter im Dienst
Von der Bundespolizeidirektion Wien wurde bisher die Verwechslung des US-Lehrers mit einem mutmaßlichen Drogendealer bestätigt. "Die Polizisten sind nicht suspendiert, weil nach Dienstrechtsparagraf 112 das Ansehen des Amtes und des Dienstes dadurch nicht gefährdet sind", erklärte Sprecherin Iris Seper gegenüber der APA. Major Martin Schlosser, Leiter der Aufnahme, Aus- und Fortbildung im Landespolizeikommando Wien, betonte, dass im Rahmen der verpflichtenden berufsbegleitenden Fortbildung für Polizisten (drei Tage alle zwei Jahre) das Thema Polizei und Menschenrechte seit kurzem ein wesentliches Trainingsmodul sei.

Mike B. ist laut eigenen Angaben in der Station Spittelau von zwei Beamten zu Boden gedrückt und dabei verletzt worden. Wegen Prellungen im Bereich der Lendenwirbelsäule wurde er seit Samstag im Lorenz-Böhler-Unfallkrankenhaus stationär behandelt. Heute, Dienstag, ist der dunkelhäutige Lehrer aus dem Krankenhaus entlassen worden - mit Schmerzmitteln und Medikamente gegen Magenbeschwerden, für Montag wurde er zur Kontrolle bestellt.

(apa/red)

17.2.2009 18:25
diano, 26. 02. '09 11:47
Hier stinkt's
Was doch auffällig ist in dieser Diskussion (jedenfalls für mich):
Die Polizei entschuldigt sich mit dem Hinweis auf eine Verwechslung... Heißt das, dass mutmaßliche Drogendealer verprügelt werden dürfen? Gelten für diese Leute dann keine Menschenrechte mehr? Und wer bestimmt das? Pablé ?
Die Kommentare der Kronen-Zeitungsleser weiter unten disqualifizieren Ihre Schreiber ohnehin.
Claudia005, 18. 02. '09 19:13
Irgendwie verstehe ich die Verantwortlichen in Österreich nicht mehr!
Der ehemalige Footballspieler, muss wegen einer Prellung ewig lange ins Spital. Ist ja zum Lachen, denn meiner Nachbarin ist vor einigen Tagen von einem Mann aus der Dominikanischen Republik überfallen und zu Boden gestoßen worden und dabei wurden acht Rippen gebrochen und unzählige Prellungen hat sie auch noch abgekommen. Leider durfte sie (52 Jahre) nicht im Spital bleiben, da es nur eine leichte Verletzung ist. Super, ein Ausländer ist gleich ein Schwerverletzter und eine Österreicherin die seit 30 Jahren Steuern zahlt ist es eine leichte Verletzung.

Wo ist da die Gerechtigkeit!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
burgimaus, 17. 02. '09 19:11
So ein Mist...
Erstens finde ich eine Frechheit, dass hier in Österreich ein Lehrer unterrichtet und nur englische Interview abgibt.
Zweitens haben alle, die ihn im Fernsehen gesehen haben, bemerken müssen, dass er mächtig Mühe hatte, Schmerzen vorzutäuschen.
Drittens-einfach so prügelt die Polizei sicher nicht auf jeden in der U-Bahn ein. Er wird schon sein Nötiges dazu getan haben. Wieder mal einer, der nur auf unsere Kosten zu Geld kommen will und sich ein bischen wichtig macht.
Ich habe die ganzen Leute schon soooooo satt.....
Einerseit beschweren wir uns über unsere Polizei und andereseit, wenn sie mal was tun (wo gearbeitet wird, fallen bekanntlich Späne) werden sie angegriffen und als allererstes kommen die GRÜNEN und bedauern alles was nicht arbeitet und illegal über unsere Grenzen kommt!
steppinka, 17. 02. '09 19:30
Re: So ein Mist...
Ihre Überschrift passt perfekt zu Ihrem Kommentar - der ist nämlich wirklich ein Mist! Der Mann redet Englisch, weil er sich in dieser Sprache am besten mitteilen kann. Faszinierend, wie Sie rein optisch beurteilen können, ob jemand Schmerzen hat oder nicht ... Und wenn Sie auf der Straße von ein paar Polizisten umringt werden, die sie für einen Drogendealer halten, werden Sie sich wohl auch über diese Anschuldigung empören. Wenn man Sie daraufhin niederknüppelt, werden Sie danach vermutlich auch Anzeige erstatten und sich an die Medien wenden. Dann werden Sie sicherlich erfreut darüber sein, wenn wir sie für einen halten, der mit seinem G'schichtl nur Geld machen will. Wissen Sie, wen ich satt habe? Leute, die sich über andere Menschen aufregen, weil sie mit sich selbst unzufrieden sind!
kweiss, 17. 02. '09 19:34
Re: So ein Mist...
Bei einem solchen Kommentar disqualifiziert sich der Schreiber selbst scheint eine Landmaus mit IQ < 0 zu sein der denkt das alle die keine Österreicher sind und nicht Deutschsprechen sowieso pfui sind. Würde dir das das in Urlaub passiert kann ich mir schon Vorstellen was Du dann schreibst. Die Handlungsweise der Polizei ist ABSOLUT zu verurteilen. Und dann noch dem Opfer die Schuld zuschieben da sind meiner Meinung nach Polizisten sofort zu suspendieren und die Verantwortlichen Rücktrittreif.
capri1, 17. 02. '09 20:03
Re: So ein Mist...
Sie haben vollkommen recht! Vor der Fernsehkamera wird gehinkt, schwenkt sie weg gibt es plötzlich Wunderheilungen. Da sind aber alle Menschen gleich, dafür sorgt schon Ihr Anwalt. Wer in Österreich lebt und in Österreich unterrichtet, hat aus meiner Sicht bei Interviews Deutsch zu reden. Von einem mauretanischen Bootsflüchtling erwartet das eh keiner, aber bei einem Lehrer aus USA? Sehr schwach! Aber er hat Glück im Unglück! In den USA interessiert so ein Vorfall keinen Mensch(da hätten die Medien viel zu tun), in Österreich bist du auf Seite 1 und kassierst ab.
galileo2, 25. 02. '09 22:01
Re: So ein Mist...
ich kann dir nur beipflichten zu deinem artikel. diese leute machen tag täglich ihre pflicht u dafür werden sie noch angefeindet von den linken, grünen u den sogenannten gutmenschen. kein wunder wenn die polizei demotiviert ist u irgendwann mal sagt " da schaue ich lieber weg bevor ich noch meine arbeit verliere.

ich glaube, der gute mann will sich nur ein ordentliches Schmerzensgeld rausholen von uns Steuerzahlern.
maultier, 26. 02. '09 12:11
Re: So ein Mist...
auch ein kleiner Rass....