Dienstag, 17. Februar 2009

Regierung setzt jetzt den Rotstift an: Pröll schwört Österreich auf harten Sparkurs ein

  • In nächsten Jahren "nur das Notwendigste ausgeben"
  • Einzelne Ressorts müssen bis zu zehn Prozent sparen
    PLUS: Ihr Kommentar zu Prölls neuen Budgetplänen!

Die Zeiten werden härter: Finanzminister Pröll hat einen "extrem restriktiven" Kurs bei den laufenden Budgetverhandlungen angekündigt. Er spricht davon, dass in den nächsten beiden Jahren "nur das Notwendigste ausgegeben werden" dürfe. Die einzelnen Ressorts sollten 2009 und 2010 bis zu zehn Prozent ihrer Ermessensausgaben einsparen. Die "Einschnitte" seien so tief wie noch nie, so Pröll vor dem Ministerrat.

Zahlen zu den bisher vorgelegten Ausgabenvorstellungen seines Ressorts wollte er keine nennen. "Lediglich bei der Inneren Sicherheit, der Bildung und Forschung und Entwicklung können wir von dem rigorosen Sparkurs etwas abgehen", sagte der Vizekanzler, der "straff verhandeln" möchte. Die Einzelgespräche über das Doppelbudget haben diesen Montag begonnen. Auch über 2010 hinaus müsse "der Konsolidierungspfad verfolgt werden, sagte Pröll.

Klare Absage an Arbeitnehmer-Wünsche
Zudem erteilte der Finanzminister Wünschen der Arbeitnehmerseite eine Absage, das Arbeitslosengeld zu erhöhen: Das Budget lasse "keinen Freiraum" für eine solche Initiative, die Erhaltung von Arbeitsplätzen müsse Priorität haben. Der Finanzminister: "Wir müssen alles tun, um die Beschäftigung zu erhalten."

Die Alpenrepublik habe zwar eine im europäischen Vergleich eine niedrige Ersatzrate - Arbeitslosengeld in Bezug auf letzten Bruttolohn-, dazu kämen aber eine Reihe von anderen öffentlichen Leistungen und teils viel strengere Zumutbarkeitskriterien: In Dänemark "ist Sendepause, wenn nach einer ersten Vermittlung ein Job nicht angenommen wird", so Pröll.

Faymann: Bei Strukturen sparen
Faymann will vor allem billigere Strukturen. Einsparungspotenzial sieht er etwa beim Spitalswesen. Er räumte ein, dass neue Dienstverträge für Lehrer schneller umzusetzen seien, als eine Gesundheitsreform. "Größere Einsparungen sind erst gegen Ende der Legislaturperiode zu erwarten".

(apa/red)

17.2.2009 13:32
chenfuchang, 17. 02. '09 20:32
sparen sparen sparen
wo grosser meister aller finanzen hast du gelernt betriebswirtschaftlich zu denken. ich denke sicher nicht auf einer normalen schule.
wenn sparen dann halbes gehalt, ein kleines auto, weniger beamte, bessere bildung, weniger korruptionen, hartes durchgreifen bei missbrauch, weniger kammern länder etc etc

aber nicht in der wirtschaft
Golfy6, 17. 02. '09 17:02
Sparen
@ sidestep Z.B: für was benötigt ein Land mit 8 Mill. EW 9 vollständige Länderparlamente, 120 politische Bezirke, einen öffentlich rechtlichen Rundfunk mit ebenfalls 9 Landesstudios,
350000 Beamte benötigen wir doch sicher auch nicht! Aber nicht die bei der Polizei sparen die werden wir in den nächsten Jahren dringend benötigen!
sidestep, 17. 02. '09 14:42
Pröll hat RECHT!
Pröll hat RECHT! Überall muss gespart werden. Daher bin ich ganz zuerst für die Verkleinerung des Nationalrates auf 100 Abgeordnete. Weiters bin ich für die Abschaffung des Bundesrates. Dieses teuere Ausgedinge für Altpolitker ist völlig unnötig. Die föderalen Interessen der Länder können nämlich im Rahmen der mittelbaren Bundesverwaltung die Landeshauptleute der einzelnen Bundesländer wahrnehmen. Weiters bin ich für die Abschaffung des völlig unnötigen Amtes des Bundespräsidenten und die rapide Verkleinerung der Bundesregierung. Noch ein paar Vorschläge gefällig Herr Vizekanzler? Ach so das geht Ihrer Meinung nach nicht? Sie wollen also zuerst Planstellen bei der Polizei streichen, die hat ja soviele Beamte . Ja aber dann nehmen Sie Ihre Sparvorschläge wohl selbst nicht so ernst oder?
teruoc, 17. 02. '09 15:49
Re: Pröll hat RECHT!
Also, die verkleinerung des Nationalrates, Abschaffung des voellig unnoetigen Amtes, oder die Planstellen bei der Polizei zu streichen. Dies alles wird nur einen kleinen Enfluss geltend machen. Wie war es, dass man mehr Arbeitsplaetze schaffen soll, um die Arbeitslosen zu reduzieren, und das Steuereinnkommen der Regierung zu erhoehen.