Montag, 16. Februar 2009

Verdächtiger bei Tschetschenen-Mord frei:
Vier Männer befinden sich noch in U-Haft

  • Mangels einem dringenden Tatverdacht entlassen
  • Zwei Personen werden wegen Beteiligung verdächtigt

Ein weiterer Verdächtiger im Mordfall Umar Israilov ist nach einem richterlichen Haftprüfungstermin freigelassen worden. Nachdem der politische Flüchtling Israilov aus Tschetschenien am 13. Jänner erschossen wurde, hatte die Polizei insgesamt acht Landsmänner des Opfers wegen mutmaßlicher Beteiligung festgenommen. Nur mehr vier davon sitzen noch in U-Haft.

Bei der fünften Person wurde der Haftantrag mangels dringendem Tatverdacht aufgehoben, sagte Christian Gneist, Sprecher des Landesgerichts. Bereits in den Wochen zuvor konnten drei Männer wegen der dürftigen Verdachtslage das Gefängnis verlassen, gegen sie wird weiterhin ermittelt. Verlängert wurde die U-Haft laut Gneist bei drei der mutmaßlichen Täter. Zwei davon werden weiter wegen Beteiligung an dem Mord verdächtigt.

Fahrer des Fluchtwagens
Dem dritten Mann wird schwere Nötigung vorgeworfen, es bestehe außerdem Flucht- und Verdunkelungsgefahr. Im Gefängnis sitzt außerdem der Tschetschene Otto K., der den Mördern als Fahrer des Fluchtwagens geholfen haben soll. Seine U-Haft wurde bereits am 2. Februar verlängert.

Umar Israilov wurde in Wien-Floridsdorf auf offener Straße erschossen. Der politische Flüchtling hatte seit dem Sommer 2008 mehrmals vergeblich um Polizeischutz gebeten. Die Familie des Opfers sprach nach der Tat von einer Verfolgung des 27-Jährigen durch Männer des Tschetschenen-Präsidenten Ramsan Kadyrow. Laut Staatsanwaltschaft ist das Motiv "in alle Richtungen hin offen", über den Ermittlungsstand gab es am Montag keine Bekanntgabe.
(apa/red)

16.2.2009 16:09