Harte Kritik von ai in der Prügel-Affäre:
"Für Polizei jeder Schwarzer ein Dealer"
- Hoffnung auf Videoaufzeichnungen zerschlagen
- Dealer befand sich im selben Waggon wie Lehrer

·Schwere Vorwürfe gegen Wiener Polizei
US-Lehrer für Dealer gehalten und verprügelt
·Chronologie: Von Omofuma bis Bakary J.
Misshandlungsvorwürfe gegen Wiener Polizei
Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International übt angesichts der von einem amerikanischen Lehrer dunkler Hautfarbe gegen die Polizei erhobenen Misshandlungsvorwürfe scharfe Kritik: "Offensichtlich ist das für die Polizei völlig klar: 'Schwarz' ist gleich 'Drogendealer'", so Generalsekretär Heinz Patzelt. Videoaufzeichnungen gibt es keine, dafür drückte die Polizei nun ihr Bedauern aus.
Die Hoffnung, dass Videoaufzeichnungen Aufschlüsse über das Geschehen erbringen, hat sich zerschlagen: Aufgrund spezieller technischer Gegebenheiten in der U-Bahnstation Spittelau seien keine Aufzeichnungen verfügbar, sagte Alexander Hofmann, Anwalt des US-Lehrers, unter Berufung auf Staatsanwaltschaft und Wiener Linien. Er bittet deshalb allfällige Zeugen, sich bei ihm zu melden.
Dealer im selben U-Bahn-Waggon
Der eigentlich gesuchte mutmaßliche Dealer, den die Polizei verfolgte, hatte sich im selben U-Bahn-Waggon befunden wie der versehentlich überwältigte US-Lehrer Michael B. und sei nach einem Fluchtversuch gefasst worden. Das teilte die Bundespolizeidirektion am Montagnachmittag mit. Darin bedauert die Behörde die Verwechslung. Auf die Umstände der Amtshandlung vom Mittwoch ging die Polizei in der Aussendung nicht ein.
Abgesehen davon sei es "ganz sicher unverhältnismäßig und massiv irritierend", wenn ein Verdächtiger von Beamten in Zivil zuerst körperlich angegriffen und fixiert würde, bevor sie sich als Polizei zu erkennen geben. Bei einer Anhaltung oder Perlustration müsse dem Betroffenen "so früh wie möglich bekannt sein, dass er es hier mit der Polizei zu tun hat und nicht von Zivilisten oder einer Skinheadbande überfallen wird", so Patzelt.
B. befindet sich nach wie vor im Krankenhaus. Er hat laut seinem Anwalt, der juristische Schritte einleiten wird, nach wie vor starke Rückenschmerzen. Es sei ungewiss, wann er entlassen werden kann.
(apa/red)
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