Donnerstag, 12. Februar 2009

Konfiserie: Süße Blüten zum Valentinstag! Blumensträuße aus Zucker und Schokolade

  • Opulente Blumensträuße aus Zucker und Schokolade
  • PLUS: Rezept für verzuckerte Schoko-Minzezweige

Wenn die Zeiten schlechter werden, so lautet eine alte Weisheit, trösten sich die Menschen mit Süßem. Der Umsatz von Pudding und Crèmes stieg etwa, wie eine britische Studie ergab, allein im letzten Jahr um 20 Prozent. Und in Wien freut sich derzeit Michael Diewald, der vor anderthalb Jahren im sechsten Bezirk gleich unweit des Haydn-Museums eine Pralinenmanufaktur für "verzuckerte Blüten" eröffnete, über steigende Umsätze. Devise „Gut Essen ist der Orgasmus des Magens“ tatsächlich Schiffbruch erlitten haben?

Vom Beet in die Bonbonniere
Der aus der Bioladen-Szene stammende "Wildpflanzensammler und Schokomane" aus Leidenschaft suchte damals nach Wegen, "wie man kulinarische Aromaforschung betreiben kann, ohne sich deshalb das Steirereck leisten zu müssen". Diesen Ausweg fand er in der intensiven Beschäftigung mit den Extrakten von Elsbeeren, Schlehen, Hetschepetschen, Pimpernuss, Himmelschlüsseln, Vergissmeinnicht und Veilchen. Vor allem Fichtenblüten haben es ihm angetan: "Die blühen nur alle fünf Jahre, das ist schöner als Weihnachten!"

Mit vier "Confectricen", von denen eine auch selbst Blumen und Pflanzen züchtet, betreibt Diewald seine Manufaktur, in der pro Stunde fünfzig Pralinen aus Bioschokolade gerollt und dann wie bei einem Juwelier mit "Edelsteinen aus Zucker" verziert werden.

Schenken statt essen
Auf Hochtouren arbeitet Diewalds süße Blumenbinderei immer dann, wenn große Feste vor der Tür stehen. "Die Menschen essen meine Zuckerblüten nicht", weiß Diewald, "sondern sie verschenken sie." Tatsächlich schmecken die kandierten Blätter und Zweige nicht nur köstlich, sondern sehen auch höchst dekorativ aus - und sind obendrein nicht kostspieliger als andere Blumen: Ein süßes Bukett aus Orangenminze in dunkler sowie aus wilden Oreganoblüten in weißer Grapefruitschokolade kostet, je nach Größe, zwischen 7,80 und 12,80 Euro. Trotz der bestechenden Optik ist Diewald jedoch überzeugt: "Schönheit ist nur der Bonus, worauf es wirklich ankommt, ist der Geschmack!" Und wenn es nach ihm ginge, würde er "am liebsten ganze Städte oder Regionen in wohlschmeckendes Konfekt verwandeln".

Send me Roses!
Um den Duft langfristig voll zu erhalten, werden die Blüten zunächst mit Zucker faschiert und gefrostet, bevor sie mit Schokolade, Honigmarzipan, Gewürzen und Früchten in Berührung kommen. "Eine Prise Chili, Gelbwurz oder Zitronenverbene", so Diewald, "harmoniert etwa vortrefflich mit exotischen Frucht- und Blütenaromen wie Mango oder Zierquitte." Im Übrigen, so ist der Zuckerflorist aus Gumpendorf überzeugt, "darf fast alles miteinander kombiniert werden: Holunderbeeren mit Rosmarin, Tomatengelee mit Marzipan, Kamillenblüten mit Schokolade, ja sogar Haselnusskrokant mit Ziegenkäse. Die Regel heißt: Erlaubt ist, was gefällt, und - fast noch wichtiger - Gegensätze ziehen einander an."

Wie kühn auch immer die Kombinationen sein mögen - zuletzt werden die in hundertprozentiger Handarbeit hergestellten süßen Kunstwerke in hübsche Bonbonnieren verpackt, die klingende Namen wie "Fleurs de Luxe", "Send me Roses", "Königin der Düfte", "A Taste of Spring", "Wilde Früchte" oder "Spicy Flowers" tragen. Und mit einem Anflug leiser Ironie legt Michael Diewald jeder Bonbonniere eine Gebrauchsanweisung im Stil eines Beipackzettels bei. So als wollte er sagen: "Verzuckerte Blüten sind noch immer die beste Medizin!"

Rezept der Woche: Verzuckerte Schoko-Minzezweige
Zutaten: 1 Büschel kleinblättrige Minze, 30 g Feinkristallzucker, 30 g Kuvertüreschokolade oder Schokoglasur, einige Blätter Folienpapier oder Plastikfolie, Schokoglasur
Zubereitung: Minzbüschel waschen und feucht halten. Jeweils drei Zweige davon in die Hand nehmen und das Wasser großteils wieder abschütteln. Zweige durch ein Nudelsieb gleichmäßig von allen Seiten her mit Zucker bestreuen. Gezuckerte Zweige nebeneinander auf einem mit Folienpapier belegten Blech einige Tage lang zum Trocknen auflegen. Danach die Zucker-Minzezweige mit der Unterseite in vorsichtig erwärmte Schokoglasur oder temperierte Kuvertüreschokolade tauchen und zum Erstarren wieder auf ein folienbestücktes Blech legen. Die erstarrten Zweige sehr sorgfältig von der Folie lösen.

Blühendes Konfekt, 1060 Wien, Schmalzhofgasse 19, Tel.: 0660/ 34 11 985, www.bluehendes-konfekt.com; Shop: Do. und Fr. von 12 bis 19 Uhr, am Valentinstag von 10 bis 14 Uhr; Lieferung in Wien um 39 Euro.

Bild: Der Herr der Blüten. Zuckerblumen-Erfinder Michael Diewald
bezeichnet sich als "Schokomane", Verzuckerte Schoko-Minzezweige

Die ganze Story lesen Sie im NEWS 07/09!

12.2.2009 17:41