Donnerstag, 12. Februar 2009

Finanzkrise bremst Opernball aus: Viele Regierungsmitglieder bleiben heuer daheim

  • Bundespräsident, Kanzler und Vize auf der Gästeliste
  • Erster Ball der neuen Regierung: Es hagelt Absagen

Die Finanzkrise hat auch auf der politischen Gästeliste des Opernballs Spuren hinterlassen. Während die Regierungsriege 2008 nahezu geschlossen bei der gediegenen Tanzveranstaltung in Frack und Robe antanzte, bleibt in diesem Jahr der größere Teil der Minister dem Sangeshaus am Ring fern - darunter unter anderem Sozialminister Rudolf Hundstorfer (S). Bundespräsident Heinz Fischer, Kanzler Werner Faymann (S) sein Vize und Finanzminister Josef Pröll (V) sowie Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (V) lassen sich einen Besuch allerdings nicht nehmen.

Fischer wird den Ball wie jedes Jahr mit seiner Frau Margit genießen und die Gäste des Staatsballs in seiner Loge empfangen. Darunter befinden sich unter anderem der deutsche Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU), der seinen Amtskollegen Mitterlehner begleiten wird. Internationale Politiker hat auch Außenminister Michael Spindelegger (V) eingeladen. Wer ihn zum Opernball begleiten wird, steht noch nicht fest. Auch die Gästeliste von Verkehrsministerin Doris Bures (S) ist noch nicht fix. Ohne internationale Begleiter haben sich Kulturministerin Claudia Schmied (S) und Wissenschaftsminister Johannes Hahn (V) angesagt.

Fernbleiben wollen dem Ball neben Hundstorfer von der SPÖ-Mannschaft auch Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (S), Verteidigungsminister Norbert Darabos (S) und Gesundheitsminister Alois Stöger (S). Die Finanzkrise gilt dabei allerdings nicht als Entschuldigungsgrund: "Sie ist keine Ballgängerin", hieß es aus dem Büro von Heinisch-Hosek. Darabos und Stöger haben hingegen anderen Verpflichtungen: Der Verteidigungsminister will am 19. Februar einen Truppentag absolvieren, der Gesundheitsminister nimmt an einem EU-Treffen in Prag teil.

Auch bei der ÖVP haben einige Politiker dem Ball eine Absage erteilt: Umweltminister Niki Berlakovich (V) hat Verpflichtungen "privater Natur", auch Justizministerin Claudia Bandion-Ortner (V) bleibt lieber zu Hause. Innenministerin Maria Fekter (V) wird den Ball wie üblich als "oberste Polizei-Chefin" aus Solidarität zu den arbeitenden Beamten nicht besuchen.

(apa/red)

12.2.2009 14:16